Mercedes setzt auf radikale E-Wende – doch der EQS enttäuscht die Erwartungen
Hiltraud HamannMercedes setzt auf radikale E-Wende – doch der EQS enttäuscht die Erwartungen
Mercedes-Benz leitet tiefgreifende Veränderungen ein, um im Automobilmarkt an der Spitze zu bleiben. Der Konzern setzt verstärkt auf Elektrofahrzeuge und strafft gleichzeitig seine Strukturen, um die Effizienz zu steigern. Dieser Strategiewechsel erfolgt vor dem Hintergrund, dass die Nachfrage nach einigen Elektromodellen hinter den Erwartungen zurückbleibt.
Der deutsche Automobilhersteller fertigte 2024 in sieben eigenen Werken mehr als 1,8 Millionen Fahrzeuge. Doch das Flaggschiff unter den Stromern, der EQS, kämpft mit Absatzproblemen. Ursprünglich als elektrische Version der S-Klasse konzipiert, verfehlte das Modell die Verkaufsziele – vor allem wegen einer geringeren Kundenresonanz als erwartet.
Um die Elektrifizierung zu beschleunigen, baut Mercedes seine Organisation schlanker und wettbewerbsfähiger auf. Das Unternehmen strebt bis 2039 Klimaneutralität an und will die CO₂-Emissionen pro Fahrzeug bis 2030 im Vergleich zu 2020 halbieren. Ein zentraler Baustein der Strategie ist der Ausbau der Ladeinfrastruktur: Bis Ende des Jahrzehnts sollen weltweit über 2.000 Charging-Hubs mit mehr als 10.000 Ladestationen entstehen.
Neue Elektromodelle stehen bereits in den Startlöchern. Der elektrische CLA, der Anfang 2025 auf den Markt kommt, soll eine Reichweite von über 750 Kilometern pro Ladung bieten. Auch die elektrischen Versionen der C-Klasse und des GLC erhalten eigenständige Designs – darunter Langversionen, die speziell auf den chinesischen Markt zugeschnitten sind. Gleichzeitig wechseln die nächste Generation des Sprinter, der V-Klasse und der Vito auf die neue Van.EA-Plattform, sobald der elektrische Sprinter 2025 debütiert.
Mercedes treibt die Wende zur E-Mobilität voran und optimiert gleichzeitig seine Prozesse. Der Ausbau der Ladeinfrastruktur und die Markteinführung neuer Modelle mit großer Reichweite unterstreichen das Engagement für die Klimaziele. Ob die Strategie aufgeht, hängt maßgeblich davon ab, wie der Markt auf die kommende Generation der Stromer reagiert.






