Merz und Hagel kämpfen gemeinsam um CDU-Sieg in Baden-Württemberg
Dietlind Grein GrothMerz wirbt in Baden-Württemberg für mehr Selbstbewusstsein - Merz und Hagel kämpfen gemeinsam um CDU-Sieg in Baden-Württemberg
Bundeskanzler Friedrich Merz und CDU-Vorsitzender Manuel Hagel haben sich zusammengeschlossen, um den Sieg bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg am 8. März voranzutreiben. Gemeinsam warben sie in Heddesheim für Hagel als künftigen Ministerpräsidenten – als Nachfolger des langjährigen grünen Amtsinhabers Winfried Kretschmann. Bei ihrem Wahlkampfauftritt präsentierten sie Pläne für eine Bildungsreform, wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit und eine selbstbewusstere deutsche Außenpolitik, die für Aufmerksamkeit sorgten.
Hagel, Spitzenkandidat der CDU, skizzierte zentrale Vorhaben, die besonders Familien ansprechen sollen. So schlug er vor, im Falle eines Wahlsiegs ein letztes verpflichtendes, kostenloses Kindergartenjahr einzuführen, da frühkindliche Bildung seiner Meinung nach besser zugänglich sein müsse. Zudem forderte er verbindliche Schulleistungsempfehlungen für alle weiterführenden Schulformen – nicht nur für den gymnasialen Zweig –, um Chancengerechtigkeit für Schülerinnen und Schüler zu gewährleisten.
In scharfer Kritik an der bisherigen Politik warf Hagel der Regierung vor, zu lange auf laute Kritiker gehört zu haben, statt sich auf "die fleißigen Menschen im Herzen der Gesellschaft" zu konzentrieren. Seine Äußerungen passten zu Merz’ übergeordneter Botschaft, Deutschland müsse endlich eigene Interessen in den Vordergrund stellen. Merz betonte, das Land müsse "lernen, seine Interessen aktiv zu vertreten", um auf der internationalen Bühne Respekt zu erlangen. Gleichzeitig warnte er, die USA entfernten sich zunehmend von einer regelbasierten Außenpolitik hin zu einer Machtpolitik. Europa solle sich daher von Washington emanzipieren und unnötige Selbstbeschneidung vermeiden. In Wirtschaftsfragen ließ Merz keine Zweifel: Um die industrielle Basis zu sichern, müssten die Deutschen "mehr und länger arbeiten".
Nach dem Auftritt in Heddesheim stand ein weiterer Wahlkampftermin in Bad Rappenau an, wo rund 1.300 Zuhörer erwartet wurden. Merz’ Rückkehr in den Südwesten unterstreicht den Willen der CDU, den Wahlsieg am 8. März zu erringen.
Die Abstimmung wird entscheiden, ob Hagel Kretschmann als Ministerpräsident ablöst. Bei einem Sieg würden seine Pläne zu Bildung und Wirtschaft umgesetzt, während Merz’ Vision eines selbstbewussteren Deutschlands weiteren Aufwind erhalten könnte. Zudem wird sich zeigen, ob es der CDU gelingt, in einem Land, das lange von den Grünen dominiert wurde, wieder Fuß zu fassen.