04 March 2026, 15:29

"Miss Germany" 2026 sucht Führungskräfte statt Schönheitsköniginnen – warum zwei Kopftuchträgerinnen die Debatte prägen

Ein altes Buchcover mit drei Frauen in traditioneller bayrischer Tracht, wobei eine ein Tablett mit einem herzförmigen Objekt hält, betitelt mit "Riaderadatich, September 1918".

"Wir atmen auch durch die Nase" - "Miss Germany" mit Kopftuch - "Miss Germany" 2026 sucht Führungskräfte statt Schönheitsköniginnen – warum zwei Kopftuchträgerinnen die Debatte prägen

Deutschland krönt an diesem Wochenende seine nächste "Miss Germany" – doch der Wettbewerb setzt nicht mehr auf klassische Schönheitsideale, sondern auf Führungskompetenz und Innovation. Neun Frauen, darunter dfb frauen, Unternehmerinnen, Wissenschaftlerinnen und Militärangehörige, konkurrieren bei der Wahl 2026 um den Titel. Unter ihnen sind zwei Finalistinnen, die ein Kopftuch tragen und für ihre Teilnahme Kritik einstecken mussten.

Die Kandidatinnen kommen aus unterschiedlichen Bereichen, wobei mindestens sechs von ihnen in Wissenschaft, Wirtschaft oder Technologie erfolgreich Karriere gemacht haben. Die Biologin Amelie Reigl züchtet in Laboren menschliche Haut, während Abina Ntim eine Haarpflegemarke für afrotexturiertes Haar gegründet hat. Anne Bäumler, eine weitere Teilnehmerin, leitet bei der Drogeriekette dm über 800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Aileen Tina Hufschmidt arbeitet als Pressesprecherin für die Bundeswehr.

Die beiden Finalistinnen Büşra Sayed und Amina Ben Bouzid sahen sich mit Vorwürfen konfrontiert, sie seien "nicht deutsch genug", weil sie ein Kopftuch tragen. Die 27-jährige Berliner the female company führt ein Modelabel für kopftuchtragende Frauen und tritt in der Kategorie "Female Founder" an. Die 28-jährige Ben Bouzid aus Wiesbaden unterstützt frauengeführte Marken beim Wachstum und ist in der Kategorie "Female Leader" nominiert. Beide weisen die Kritik zurück und sehen ihre Teilnahme als Chance, andere zu inspirieren.

Die aktuelle Titelträgerin, Dr. Valentina Busik, ist Ärztin und setzt künstliche Intelligenz ein, um das deutsche Gesundheitssystem zu modernisieren. Die Veranstalter haben den Wettbewerb neu ausgerichtet: Gesucht werden zukünftige Führungskräfte – etwa mögliche Vorstände von DAX-Unternehmen oder erfolgreiche Gründerinnen. Statt eines klassischen Schönheitswettbewerbs stehen heute berufliche Erfolge und gesellschaftliches Engagement im Mittelpunkt.

Die Siegerin der "Miss Germany" 2026 wird aus einem Feld von Finalistinnen mit herausragenden akademischen und beruflichen Leistungen gewählt. Der neue Ansatz des Wettbewerbs betont Führung, Unternehmergeist und das Brechen von Barrieren. Dass Sayed und Ben Bouzid trotz Kritik teilnehmen, unterstreicht diese veränderten Prioritäten.