16 March 2026, 22:14

Mittelständische Zulieferer in Baden-Württemberg am Limit: Warum die Krise jetzt Fairness braucht

Bar chart showing the number of electric vehicles in the United States, with BMW's installed capacity increase noted.

Mittelständische Zulieferer in Baden-Württemberg am Limit: Warum die Krise jetzt Fairness braucht

Mittelständische Zulieferer in Baden-Württemberg kämpfen mit wirtschaftlichen und industriellen Belastungen

Ein neues Positionspapier des Automotive Clusters der wvib Schwarzwald AG unterstreicht den dringenden Bedarf an fairen Partnerschaften und stabilen Rahmenbedingungen, um Arbeitsplätze und den regionalen Wohlstand zu sichern.

Das von 53 Unterzeichnern getragene Dokument fordert Markenhersteller und Politiker auf, die volatilen Produktionspläne, hohen Kosten und die Herausforderungen der Umstellung auf Elektromobilität anzugehen.

Der Beirat des Automotive Clusters entwickelte das Papier, um langfristige Planung und verlässliche Zusammenarbeit entlang der gesamten Lieferkette zu fördern. Unvorhersehbare Abrufpläne und schwankende Produktionsanforderungen erschweren es den Zulieferern, in Technologie, Personal und Infrastruktur zu investieren. Hanna Böhme, Geschäftsführerin der wvib Schwarzwald AG, warnte, dass die kombinierten Belastungen durch den Antriebswandel und die wirtschaftliche Instabilität die Zulieferer stark unter Druck setzten.

Allein 2025 meldeten 14 große Zulieferer Insolvenz an, wobei Industriezentren wie Stuttgart, Waiblingen und Richen besonders betroffen waren. Die Region verlor im vergangenen Jahr 25.000 Industriearbeitsplätze, da hohe Kosten, geopolitische Spannungen und der Umstieg auf E-Mobilität Produktion und Investitionen belasteten. Die Zulieferer kritisieren zudem wettbewerbsverzerrende Subventionen und fordern stattdessen eine CO₂-Bepreisung, um Innovation durch fairen Wettbewerb voranzutreiben.

Mit der Kampagne "Deutschland kann mehr" fordert der Cluster eine Reformagenda, die die globale Wettbewerbsfähigkeit sichert. Die Politik wird aufgefordert, die Energiepreise durch marktbasierte Mechanismen zu stabilisieren, Genehmigungsverfahren zu beschleunigen und die Fachkräfterekrutierung zu stärken. Auch Forschungs- und Wissenschaftspolitik müssen gestärkt werden, um die Technologieführerschaft der Region zu erhalten.

Von den Markenherstellern wird verlangt, klare Transformationsfahrpläne vorzulegen, um Planbarkeit und Fairness für die Zulieferer zu gewährleisten. Ohne diese Maßnahmen, so die Warnung im Papier, sei die Anpassungs- und Überlebensfähigkeit der Branche gefährdet.

Das Positionspapier skizziert konkrete Schritte zur Zukunftssicherung des baden-württembergischen Automobilsektors. Es betont die Notwendigkeit wettbewerbsfähiger Energiepreise, schnellerer regulatorischer Prozesse und engerer Partnerschaften zwischen Herstellern und Zulieferern. Ziel ist es, Arbeitsplätze zu erhalten, die industrielle Stärke zu bewahren und die langfristige wirtschaftliche Stabilität der Region zu sichern.

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