Mit Vorsicht und Überraschungen: Wie ein Museum umzieht - Monumentaler Umzug: Karlsruher Schloss wird für Sanierung geräumt
Badisches Landesmuseum in Karlsruhe: Großer Umzug für die Sanierung des Schlosses
Das Badische Landesmuseum in Karlsruhe steht vor einem gewaltigen Umzug: Für die anstehende Sanierung des Karlsruher Schlosses müssen die Bestände das Gebäude verlassen. In den kommenden eineinhalb Jahren werden die Mitarbeiter rund 17.500 Objekte sorgfältig verpacken und umlagern. Es handelt sich um eine der umfangreichsten Museumsverlagerungen in Deutschland der letzten Jahre.
Das Museum bewahrt etwa eine halbe Million Exponate auf, doch normalerweise sind nur drei Prozent davon ausgestellt. Bevor die Stücke verpackt werden, wird jedes einzelne fotografiert und digital erfasst, um seinen Zustand zu dokumentieren. Ein Teil der Objekte wird als Leihgabe an andere Einrichtungen gehen, der Großteil jedoch in sichere Depots gebracht.
Die größte Herausforderung stellt das Mithras-Relief dar, ein monumentales Artefakt mit einem Gewicht von bis zu 1,8 Tonnen. Fachleute werden es mithilfe eines Krans und präziser Werkzeuge von der Wand lösen. Für Objekte, die nicht in Standardverpackungen passen, werden zudem maßgefertigte Holzkisten angefertigt.
Die eigentlichen Sanierungsarbeiten beginnen 2028 und konzentrieren sich auf Brandschutz, Diebstahlsicherung, Barrierefreiheit und Klimaregelung. Laut verfügbaren Unterlagen hat in den vergangenen fünf Jahren kein anderes deutsches Museum eine vergleichbar große Verlagerung und Sanierung durchgeführt.
Der Räumungsprozess wird voraussichtlich etwa 18 Monate dauern. Nach Abschluss der Arbeiten kehren die Bestände in das modernisierte Schloss zurück, das dann optimierte Bedingungen für die Sammlungen bietet. Das Projekt vereint den Erhalt historischer Schätze mit der Modernisierung der Museumsinfrastruktur.