04 March 2026, 09:27

"Opferpopp 2.0" in Halle (Saale): Ein Requiem für vergessene Jugendliche und Alexander Kluth

Eine Gruppe von Menschen in einem Cinemex-Kino im Einkaufszentrum, mit einer Person auf einem Stuhl, Tischen, Fotorahmen an der Wand, einem Schild, Deckenleuchten und Geräten auf den Tischen.

"Opferpopp 2.0" in Halle (Saale): Ein Requiem für vergessene Jugendliche und Alexander Kluth

Vom 5. bis 22. März 2026 öffnet im nt-Schaufenster des Thalia Theaters Halle die immersive Theaterinstallation Opferpopp 2.0. Das Projekt greift ein 2007 uraufgeführtes Stück über die Kämpfe junger Menschen mit Gewalt und Vernachlässigung auf und verwandelt den Raum in eine Gedenk- und Spielstätte.

Die neue Produktion, Teil der Reihe ERINNERN IST HEIMAT, rückt das Leben der ursprünglichen Darsteller:innen in den Fokus – viele von ihnen sind seitdem aus der Öffentlichkeit verschwunden. Gleichzeitig ehrt sie Alexander Kluth, einen ehemaligen Teilnehmer, der nach der ersten Spielzeit verstorben ist.

Das ursprüngliche Opferpopp feierte 2007 Premiere und setzte auf Laiendarsteller:innen, die ihre persönlichen Geschichten von Entbehrung teilten. Fast zwei Jahrzehnte später verfolgen Regisseur Mirko Borscht und Videokünstler Hannes Hesse nun die Spuren dieser jungen Performenden. Ihre Recherche bildet das Gerüst von Opferpopp 2.0, das fragt: Was ist aus ihnen geworden?

Das nt-Schaufenster verwandelt sich dafür in das Klubhaus Kluth – eine begehbare Installation, die Ausstellung, Club und Live-Performance verbindet. Besucher:innen können selbst entscheiden, wie intensiv sie sich mit den Themen Erinnerung, Ausgrenzung und Verlust auseinandersetzen möchten. Der Raum ist Alexander Kluth gewidmet und als Begegnungsort für Jugendliche ab 14 Jahren konzipiert.

Ziel des Projekts ist es, in Halle einen dauerhaften Ort zu schaffen, an dem Schmerz, Feier und Hoffnung nebeneinander bestehen können. Gleichzeitig werden die ungelösten Fragen und offenen Wunden der Stadt aufgegriffen und in die größere Reihe ERINNERN IST HEIMAT eingewoben. Die Premiere von Opferpopp 2.0 – Ein Requiem markiert das nächste Kapitel dieser Auseinandersetzung.

Drei Wochen lang bietet die Installation Raum für Reflexion und Verbindung. Indem sie vergessene Lebensgeschichten ins Zentrum stellt, bewahrt sie Erzählungen, die sonst in Vergessenheit geraten könnten. Die Macher:innen beschreiben das Projekt als ein Denkmal für die Ausgelöschten – eines, das das Publikum zum Erinnern und Mitgestalten einlädt.