Özdemir distanziert sich von Habeck – warum die Grünen in Baden-Württemberg um die Macht bangen
Angelo BriemerÖzdemir distanziert sich von Habeck – warum die Grünen in Baden-Württemberg um die Macht bangen
Grünen-Spitzenkandidat Özdemir hält Abstand zu Habeck im baden-württembergischen Wahlkampf
Cem Özdemir, Spitzenkandidat der Grünen in Baden-Württemberg, geht im Landtagswahlkampf auf Distanz zu Bundesvorsitzendem Robert Habeck. Mit dem Wahltermin am 8. März setzt Özdemir bewusst auf regionale Themen und Bündnisse statt auf bundespolitische Prominenz. Seine Strategie spiegelt die Sorge wider, dass Habecks umstrittenes Heizungsgesetz die Wählerstimmung belasten könnte.
Gemeinsame Auftritte mit Habeck, der in Städten wie München, Kiel, Köln und Bonn bereits mit Grünen-Kandidat:innen unterwegs war, sucht Özdemir in Baden-Württemberg gezielt zu vermeiden. Hintergrund ist die Befürchtung, dass viele Wähler im Land den Bundesvorsitzenden nach wie vor mit der unpopulären Heizungsgesetzgebung verbinden.
Statt mit Habeck kooperiert Özdemir mit Boris Palmer, einer stärker regional verankerten Figur. Sein eigener Wahlkampf konzentriert sich auf die Verbindung zur Automobilindustrie, lokale Identität und politischen Pragmatismus – Bereiche, in denen Habecks bundesweiter Einfluss weniger Anklang findet. Aktuell liegen die Grünen in Umfragen bei 21 Prozent, hinter der CDU (29 Prozent) und knapp vor der AfD (20 Prozent).
Die schwache Performance der Partei bei der Bundestagswahl 2025, als sie in Baden-Württemberg nur 13,6 Prozent der Zweitstimmen holte, unterstreicht die Herausforderung für Özdemir. Die anstehende Landtagswahl wird entscheiden, ob die Grünen – seit 2011 an der Regierung – das Ministerpräsidentenamt halten können.
Die Wahl am 8. März wird zeigen, ob Özdemirs regionaler Fokus ausreichend Unterstützung mobilisieren kann. Ohne Aussicht auf eine Mehrheit droht den Grünen der Verlust der Regierungsführung – entweder an die CDU oder die erstarkte AfD. Der Ausgang hängt davon ab, wie die Wähler auf lokale Kampagnen und die Nachwirkungen bundespolitischer Kontroversen reagieren.