14 March 2026, 00:14

Patt nach Landtagswahl in Baden-Württemberg: Grüne und CDU ringen um Macht

Eine Deutschlandkarte mit Bundesländern in rot und blau markiert, die die Ergebnisse der Wahl von 2016 zeigt, einschließlich der Namen der Kandidaten und des Wahldatums.

Patt nach Landtagswahl in Baden-Württemberg: Grüne und CDU ringen um Macht

Landtagswahl in Baden-Württemberg endet im März 2026 mit Patt – Grüne und CDU mit je 56 Sitzen

Die Landtagswahl in Baden-Württemberg im März 2026 endete mit einem Pattsituation: Die Grünen und die CDU errangen jeweils 56 Sitze. Die Grünen erreichten 30,2 Prozent der Stimmen und lagen damit nur 0,5 Prozentpunkte vor der CDU, die auf 29,7 Prozent kam. Trotz des knappen Ergebnisses stecken beide Parteien nun in zähen Verhandlungen fest, wer die nächste Landesregierung führen soll.

Die CDU, seit 2016 traditionell Koalitionspartner der Grünen, pocht auf gleichberechtigten Einfluss – und bringt sogar eine rotierende Amtszeit des Ministerpräsidenten ins Spiel. Die Grünen lehnen diesen Vorschlag jedoch kategorisch ab und bestehen darauf, dass ihr minimaler Vorsprung sie zum alleinigen Regierungsauftrag berechtige.

Für die CDU ist die Wahl eine ungewohnte Situation. Zwar verlor die Partei mit weniger als 30.000 Stimmen Rückstand, doch die Parteiführung argumentiert, dass dieser knappe Abstand sie nicht in die Rolle des Juniorpartners drängen dürfe. Stattdessen fordert sie mehr Ressorts und eine stärkere Position im künftigen Kabinett. Einige in der CDU deuten sogar an, eine verfassungsrechtliche Lücke auszunutzen: Wird innerhalb von drei Monaten kein Ministerpräsident vereidigt, könnten Neuwahlen ausgelöst werden.

Teil der Strategie der Partei war es, eine Kontroverse um ein Video des CDU-Landesvorsitzenden Manuel Hagel am Köcheln zu halten, in dem er mit "Rehaugen" zu sehen war – ein Moment, den Kritiker nutzten, um seine Eignung infrage zu stellen. Hagel hatte zunächst in der Wahlnacht die Niederlage eingeräumt und seinen Rücktritt angeboten, doch die Partei lehnte dies ab und hielt ihn für die Koalitionsgespräche im Amt.

Um die Blockade zu durchbrechen, schlug die CDU ein rotierendes Ministerpräsidentenamt vor: Dem Plan zufolge sollte Hagel zweieinhalb Jahre regieren, gefolgt von dem Grünen-Co-Vorsitzenden Cem Özdemir für denselben Zeitraum. Özdemir wies den Vorschlag als "Unsinn" zurück und bekräftigte seinen Anspruch auf das Amt. Die knappe Führung der Grünen gebe ihnen das Recht, die Regierung anzuführen.

Seit 2016 regieren die Grünen Baden-Württemberg in einer Koalition mit der CDU unter Winfried Kretschmann. Doch diesmal, da keine Seite nachgeben will, sind die Verhandlungen zunehmend konfliktgeladen. Der Beharrlichkeit der CDU, die auf Machtteilung besteht, liegt die Entschlossenheit zugrunde, nicht an den Rand gedrängt zu werden – trotz der historischen Niederlage.

Die Pattsituation bleibt ungelöst, beide Seiten weigern sich, beim Thema Führung Kompromisse einzugehen. Während die CDU weiter auf Zugeständnisse drängt, beharren die Grünen auf ihrem Regierungsanspruch. Sollte innerhalb der gesetzlichen Frist keine Einigung erzielt werden, drohen Neuwahlen – eine Möglichkeit, die keine der beiden Seiten ausschließt.

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