19 December 2025, 19:56

Projekt zur Fischartenschutz und Cormoranmanagement startet

Mehrere Fische schwimmen in klarem Wasser.

Projekt zur Fischartenschutz und Cormoranmanagement startet

Projekt zum Schutz bedrohter Fischarten und Kormoran-Management am Bodensee startet

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  1. Dezember 2025

Ein neues grenzüberschreitendes Projekt soll bedrohte Fischarten in der Bodensee-Region schützen und gleichzeitig die Prädation durch Kormorane eindämmen. Die Initiative, die mit 900.000 Euro gefördert wird, vereint acht Partner aus Bayern, Vorarlberg, der Schweiz und Liechtenstein unter der Federführung Baden-Württembergs. Die Arbeiten beginnen im Januar 2026, nachdem das Vorhaben vom Interreg-Programm – das die regionale Zusammenarbeit in Europa unterstützt – offiziell bewilligt wurde.

Das Projekt mit dem Titel „Schutz von Fischarten und Kormoran-Management am Bodensee“ konzentriert sich auf sechs gefährdete Fischarten: Äsche, Nase, Zingel, Bitterling, Bachschmerle und Bachneunauge. Über einen Zeitraum von drei Jahren werden Teams Lebensräume verbessern und technische Lösungen erproben, um Angriffe von Kormoranen auf gefährdete Bestände zu verringern.

Ein zentraler Ansatz umfasst Testflüge mit Drohnen, um Kormoran-Brutplätze rund um den See zu überwachen und zu steuern. Parallel dazu entwickeln Ingenieure Modell-Wasserbauwerke zur Renaturierung von Fischhabitaten, während eine zentrale Datenbank bestehende Schutzstrategien aller Anrainerstaaten bündelt. Ein Monitoring-Programm wird die Auswirkungen dieser Maßnahmen auf die Zielarten sowie auf weitere geschützte Ökosysteme erfassen. Zudem sollen Aktionspläne für eine langfristige, grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Fischartenschutz und Kormoran-Management erarbeitet werden. Die Koordination obliegt den Ministerien für Umwelt und Landwirtschaft Baden-Württembergs sowie der Internationalen Bodensee-Konferenz (IBK). Berufsfischer und regionale Akteure wirken an der Umsetzung mit, die auf einen am 8. September 2025 eingereichten Antrag zurückgeht.

Die mit 900.000 Euro dotierte Initiative läuft bis 2029 und kombiniert Lebensraumrenaturierung, Prädatorenmanagement und Datenaustausch zwischen vier Ländern. Bei Erfolg könnten die Pilotmaßnahmen – darunter Drohnenüberwachung und hydraulische Konstruktionen – zu dauerhaften Instrumenten für den Schutz der Fischbestände am Bodensee werden. Die abschließenden Empfehlungen sollen künftige Naturschutzpolitiken in der Region prägen.