14 January 2026, 11:40

Prozess um tödlichen Unfall im Orbán-Konvoi: 69-Jährige muss sich verantworten

Eine Gruppe von Polizisten steht vor einer Menge von Menschen mit Helmen und Jacken während einer Demonstration in Berlin, Deutschland, mit Fahrzeugen, Gebäuden, Laternenmasten und einem Banner mit Text im Hintergrund und einer Person mit einer Kamera.

Stuttgart-Prozess: Warum starb ein Polizist während Orbán-Besuchs? - Prozess um tödlichen Unfall im Orbán-Konvoi: 69-Jährige muss sich verantworten

Eine 69-jährige Frau muss sich vor dem Landgericht Stuttgart wegen ihrer mutmaßlichen Rolle bei einem tödlichen Unfall verantworten, bei dem ein Polizeimotorradfahrer ums Leben kam, der den ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán begleitete. Der Vorfall ereignete sich im vergangenen Jahr während Orbáns Besuch anlässlich des EM-Spiels der ungarischen Nationalmannschaft. Die Urteilsverkündung ist für den 14. November um 9:00 Uhr angesetzt.

Der Unfall geschah, als Orbáns Konvoi nach dem Fußballspiel auf dem Weg zum Flughafen Stuttgart war. Die Staatsanwaltschaft wirft der Fahrerin vor, gegen Verkehrsregeln verstoßen zu haben, indem sie in eine blockierte Kreuzung einbog. Diese mutmaßliche Pflichtverletzung führte zu einer Kollision, bei der ein Beamter ums Leben kam und ein weiterer schwer verletzt wurde.

Hunderte Polizeikollegen würdigten den verstorbenen Motorradfahrer später mit einem Trauermarsch. Im Prozess sollen 14 Zeugen und ein Sachverständiger aussagen. Neben dem Vorwurf der fahrlässigen Tötung wird der Fahrerin auch fahrlässige Körperverletzung wegen der Verletzungen des zweiten Beamten vorgeworfen.

Das Landgericht Stuttgart wird am 14. November sein Urteil verkünden. Im Mittelpunkt des Verfahrens steht die Frage, ob das Verhalten der Angeklagten gegen Verkehrsbestimmungen verstieß und so den Tod des einen und die Verletzung des anderen Polizisten verursachte. Die Entscheidung wird die rechtliche Aufarbeitung des tragischen Vorfalls klären.