21 February 2026, 08:11

Rechtsstreit um verschrotteten Mercedes: Wurde das Traumauto illegal demontiert?

Ein Schwarz-Weiß-Foto eines Autos, das von einem Abschleppwagen auf einer Straße mit anderen Fahrzeugen, einer Person in der Nähe und Gebäuden mit Fenstern im Hintergrund abgeschleppt wird.

Rechtsstreit um verschrotteten Mercedes: Wurde das Traumauto illegal demontiert?

Vor dem Landgericht Stuttgart wird derzeit ein Rechtsstreit um einen abgeschleppten und verschrotteten Mercedes SL 280 verhandelt. Andreas Weber behauptet, sein Auto sei zu Unrecht beschlagnahmt, ausgeschlachtet und ohne seine Zustimmung verschrottet worden. Der Fall könnte präzedend für die künftige Behandlung ähnlicher Streitfälle sein.

Die Probleme begannen, als Webers Auto wegen eines angeblichen Ölverlusts abgeschleppt wurde – einen Vorwurf, den er vehement bestreitet. Statt das Auto zurückzugeben, wurde es auf einem Abschleppplatz eingelagert, wo die Standgebühren schnell auf etwa 1.000 Euro anwuchsen. Bevor Weber das Auto zurückholen konnte, wurde es als wirtschaftlicher Totalschaden deklariert und später verschrottet.

Vor der Verschrottung waren bereits Teile ausgebaut worden, und es wurde nie eine offizielle Verschrottungsbescheinigung ausgestellt. Weber vermutet nun, dass das Auto gezielt wegen seiner wertvollen Komponenten demontiert wurde. Er fordert 20.000 Euro Entschädigung, während die Stadt lediglich 7.000 Euro angeboten hat – ohne dass es zu einer Einigung kam.

Der Bundesgerichtshof hat in der Vergangenheit entschieden, dass Abschleppfirmen Autos nur unter strengen Auflagen bis zur Bezahlung zurückhalten dürfen. Auch die ADAC-Richtlinien verlangen, dass Abschleppmaßnahmen verhältnismäßig bleiben und die Kosten angemessen sind. Webers Fall hängt nun davon ab, ob diese Vorgaben eingehalten wurden.

Die Entscheidung des Gerichts könnte die Rechte von Autofahrern in Abschleppstreitigkeiten klären. Zudem könnte sie einen Maßstab dafür setzen, wie Kommunen und Abschleppunternehmen mit beschlagnahmten Autos umgehen müssen. Weber wartet derweil auf ein Urteil, das darüber entscheiden wird, ob er für seinen verlorenen Auto eine Entschädigung erhält.