19 February 2026, 01:15

Revolutionäres Triebwerk des KIT bricht NASA-Rekord und macht Flugzeuge effizienter

Ein altes Buchcover mit einer detaillierten Illustration einer Dampfmaschine, auf der steht "Maschinen für Dampfschiffe, auch für Hilfsmaschinen, Elektrobeleuchtung & C."

Revolutionäres Triebwerk des KIT bricht NASA-Rekord und macht Flugzeuge effizienter

Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) haben den Ausdauerrekord der NASA für Rotationsdetonations-Triebwerke (RDE) gebrochen. Ihr Durchbruch könnte Raumfahrzeuge, Kraftwerke und Flugzeuge deutlich effizienter machen. Die Technologie ersetzt schwere Kompressoren durch Stoßwellen, reduziert so das Gewicht und steigert die Leistung.

Jahrzehntelang waren Gasturbinen auf klobige Kompressoren angewiesen, um vor der Verbrennung Luft zu verdichten. Diese Bauteile verbrauchten bis zur Hälfte der Motorleistung – und standen damit nicht für Schub oder Stromerzeugung zur Verfügung. Das neue Design des KIT kommt ganz ohne Kompressor aus: Stattdessen verdichten Detonationswellen die Luft auf natürliche Weise. Dieses als druckgesteigerte Verbrennung bekannte Verfahren funktioniert besonders gut mit Wasserstoff als Brennstoff.

Bereits 2019 hatte das KIT einen Rekord aufgestellt, als ein Pulsdetonations-Brenner über 50 Stunden bei Temperaturen von mehr als 1.400 °C lief. Die NASA überbot diese Marke später – doch nun hat das KIT die Führung zurückerobert. Seine neueste Turbine läuft mit grünem Wasserstoff und liefert stabilen Strom, was sie ideal für klimaneutrale Stromnetze macht.

Die Innovation verspricht auch leichtere und sparsamere Flugtriebwerke. Ohne Kompressor könnten Flugzeuge weniger Kerosin verbrauchen oder auf Wasserstoff und E-Fuels umsteigen, ohne zusätzliches Gewicht. Die NASA erforscht ähnliche RDEs für die Raumfahrt, wo jedes eingesparte Kilogramm Reichweite und Nutzlast erhöht.

Besucher können die rekordverdächtige Turbine auf der Hannover Messe vom 20. bis 24. April 2026 begutachten. Die Ausstellung zeigt, wie detonationsgetriebene Turbinen Energie- und Transportbranchen revolutionieren könnten.

Mit der kompressorfreien Turbine setzt das KIT neue Maßstäbe für Effizienz und Langlebigkeit. Das Design spart Gewicht, ist mit grünen Kraftstoffen kompatibel und könnte bald alles antreiben – von Flugzeugen bis zu flexiblen Kraftwerken. Da auch die NASA an RDEs arbeitet, könnte die Technologie bald den Sprung vom Labor in die Praxis schaffen.