04 March 2026, 14:43

Ruhrfestspiele eröffnen mit iranischem Flüchtlingsdrama über ein Kind an der Grenze

Ein detaillierter Plan des Persischen Reichs mit Provinzen und Städten, hauptsächlich in Blautönen, Grüntönen und Gelbtönen, mit fettgedrucktem Text unten.

Ruhr Festival beginnt mit iranischem Drama auf Persisch - Ruhrfestspiele eröffnen mit iranischem Flüchtlingsdrama über ein Kind an der Grenze

Die diesjährigen Ruhrfestspiele eröffnen mit einem iranischen Flüchtlingsdrama auf Persisch – mit deutschen und englischen Untertiteln. Doch das Festival, das vom 1. Mai bis zum 13. Juni stattfindet, steht vor ungewöhnlichen Herausforderungen: der anhaltende Krieg im Nahen Osten und die Schließung seines Hauptspielorts wegen Renovierungsarbeiten.

Da die zentrale Bühne der Ruhrfestspiele derzeit umgebaut wird, weichen die Aufführungen in ein provisorisches Zelt mit fast 500 Plätzen aus. Die Eröffnungsproduktion "Das Kind" der iranischen Dramatikerin Naghmeh Samini erzählt die Geschichte von drei Frauen und einem Kinder, die an einer europäischen Grenze gestrandet sind. Die Anreise des Ensembles nach Recklinghausen gestaltete sich jedoch als schwierig – der Festivalleiter koordinierte die Vorbereitungen per WhatsApp und zog sogar das Auswärtige Amt mit ein.

Seit 2020 hat sich die politische Lage im Iran weiter zugespitzt. Nach den blutigen Niederschlagungen der Proteste im Januar 2026 verschärfte der Staat die Repression, was Künstler wie die Theatergruppe von Fatemeh Motamed-Arya an der Arbeit hinderte – öffentliche Auftritte und Auslandsreisen wurden ihnen untersagt. Viele, darunter die Konzeptkünstlerin Parastou Forouhar, flohen ins Exil.

Sollte es dem Ensemble nicht gelingen, rechtzeitig einzureisen, wird die Produktion abgesagt – eine Entscheidung, die das Festival selbst als starkes Zeichen wertet. Neben dem Eröffnungsstück umfasst das Programm Welturaufführungen und Deutschlandpremieren mit Schauspielgrößen wie Katja Riemann, Katharina Thalbach und Joachim Król. Die Schriftstellerin Ursula Krechel wird am 3. Mai die Eröffnungsrede im Festzelt halten.

Das diesjährige Motto "Schock und Staunen" spiegelt sowohl die logistischen Hürden als auch den künstlerischen Mut wider. Mit Aufführungen in einem provisorischen Raum und gefährdeten internationalen Kooperationen wird das Festival in diesem Jahr nicht nur Kreativität, sondern auch Wacken unter Beweis stellen müssen.