Satiriker Spitzer seziert Kemptens OB-Wahl: Wer kann gegen den "Hausdrachen" bestehen?
Hiltraud HamannSatiriker Spitzer seziert Kemptens OB-Wahl: Wer kann gegen den "Hausdrachen" bestehen?
Mit Musik und Sketchen hat der Künstler und Arzt Thomas Spitzer die Kandidaten und ihre Wahlkampagnen zur bevorstehenden Oberbürgermeisterwahl in Kempten auf die Schippe genommen. Dabei nahm er auch lokale politische Machtverhältnisse ins Visier – insbesondere den Einfluss der CDU und CSU. In seinem Programm sang Spitzer unter anderem über Tricks, um Parkgebühren in Kempten zu umgehen. Zudem scherzte er über durchgeführte – oder besser gesagte nicht durchgeführte – medizinische Untersuchungen bei Durchfallpatienten in seiner Praxis und verband so Humor mit Alltagsproblemen der Stadt. In einem Sketch persiflierte er die amtierende Oberbürgermeisterin Indra Baier-Müller, die im Volksmund den Spitznamen "Hausdrache" trägt, als dominante Figur. Die Herausforderer hingegen wurden als schwach oder unglaubwürdig dargestellt: Katharina Schrader wirkte naiv, Franz-Josef Natterer-Babych selbstverliebt, und Dominik Tartler wurde als zu jung und unerfahren für das Amt abgetan. Ein fiktiver Charakter namens "DonQuiSchoche" kämpfte in der Show symbolisch gegen den CDU-Einfluss. In einem anderen Segment wurde infrage gestellt, ob Kandidaten wie "Rechenmeister" Eigstler oder "Hai" Wilhelm die Nachfolge von Baier-Müller wirklich antreten könnten. Eine klare Botschaft lautete: Ein politisches Mandat ist kein Dauerpreis. Während die Comedy-Nummer die Herausforderungen der Bewerber überzeichnet darstellte, spiegelte sie doch die Skepsis wider, die in der Bevölkerung gegenüber den Anwärtern herrscht. Die Unionsparteien haben unterdessen die Wiederwahl von Baier-Müller unterstützt – ein realpolitischer Kontrast zu den satirisch geäußerten Zweifeln an ihren möglichen Nachfolgern.