18 February 2026, 18:20

Scheinprozess entfacht Streit: Sollte die AfD in Deutschland verboten werden?

Eine Gruppe von M├Ąnnern sitzt in einem schwarz-wei├čen Gerichtssaal, mit einem h├Âlzernen Gel├Ąnder im Vordergrund und einer S├Ąule im Hintergrund, w├Ąhrend eines Prozesses.

Scheinprozess entfacht Streit: Sollte die AfD in Deutschland verboten werden?

Scheinprozess zur möglichen AfD-Verbotsprüfung entfacht Debatte

Unter dem Titel "Prozess gegen Deutschland" hat ein inszeniertes Gerichtsverfahren die Frage aufgeworfen, ob die rechtspopulistische AfD in Deutschland verboten werden sollte. Die Veranstaltung brachte prominente Befürworter und Kritiker eines möglichen Verbots zusammen – doch einige Teilnehmer sagten kurzfristig ab, als ihnen klar wurde, dass sie mit Vertretern der extremen Rechten auf einer Bühne stehen würden.

Das zweitägige Ereignis wurde vom Schweizer Regisseur Milo Rau geleitet, der für seine Verschmelzung von Theater und realen juristischen Prozessen bekannt ist. In früheren Projekten wie "Die Moskauer Prozesse" oder "Das Kongo-Tribunal" hatte er Opfer und Experten in gerichtsähnlichen Settings zusammengebracht. Diesmal richtete sich der Fokus auf die deutsche Politik – und die Zukunft der AfD stand zur Debatte.

Den Vorsitz führte Herta Däubler-Gmelin, ehemalige deutsche Justizministerin. Eine siebenköpfige Jury hörte die Argumente beider Seiten, bevor sie eine weitere Prüfung eines möglichen Verbots empfahl. Wie in Raus typischer Machart verschmolzen hier juristische und theatralische Elemente.

Doch nicht alle blieben bis zum Ende: Mehrere eingeladene Redner zogen ihre Teilnahme zurück, als sie erfuhren, dass auch Vertreter der extremen Rechten an der Diskussion teilnehmen würden. Ihre Absagen unterstrichen die Spannungen, die das Konzept der Veranstaltung von vornherein begleiteten.

Die Empfehlung der Jury hält die Debatte über ein AfD-Verbot am Leben. Raus theatralischer Ansatz hat einmal mehr komplexe rechtliche und politische Fragen in den Fokus gerückt. Format und Kontroversen des Prozesses spiegeln dabei die anhaltenden Gräben wider, wenn es darum geht, wie Deutschland mit rechtsextremen Strömungen umgehen soll.