04 February 2026, 06:25

Schüler sollen Klassenzimmer selbst putzen – Sparvorschlag spaltet Eltern und Politiker

Ein Schwarz-Weiß-Foto eines Klassenzimmers mit Schülern, die auf Papieren schreiben, Taschen auf dem Boden, Fenstern mit Vorhängen im Hintergrund und Lampen an der Decke.

Schüler sollen Klassenzimmer selbst putzen – Sparvorschlag spaltet Eltern und Politiker

Der Oberbürgermeister von Schwäbisch Gmünd hat vorgeschlagen, dass Schüler ihre Klassenzimmer selbst reinigen, um Kosten zu sparen. Der CDU-Politiker Richard Arnold argumentiert, dass die Stadt dadurch bis zu 250.000 Euro pro Jahr einsparen könnte. Seine Äußerungen lösten eine Debatte aus – einige Eltern und Verantwortliche stellen infrage, ob Schüler professionelle Reinigungskräfte ersetzen können.

Arnold brachte seine Idee erstmals während einer aktuellen Diskussion über Schulbudgets ein. Er kritisierte Eltern, die sich gegen den Plan aussprachen, und bezeichnete sie als "Windel-Eltern" und "verwöhnt". Seine Aussagen sorgten schnell für Aufmerksamkeit und wurden in einem beliebten Online-Beitrag aufgegriffen.

Am Scheffold-Gymnasium in Schwäbisch Gmünd übernehmen Schüler bereits jetzt die Verantwortung für die Reinigung ihrer Klassenzimmer. Die Schulleitung unterstützt diesen Ansatz und betont, dass die Einsparungen für soziale Projekte genutzt werden könnten. Ähnliche Modelle wurden bereits an mehreren Dutzend Schulen in Deutschland erprobt, vor allem in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen.

Erste Berichte aus diesen Schulen zeigen gemischte Ergebnisse. Einige verzeichnen eine gestiegene Eigenverantwortung und Teamfähigkeit der Schüler, wobei langfristige Vorteile anfängliche Vorbehalte überwiegen. Andere bleiben jedoch skeptisch, ob die Hygienestandards gewahrt bleiben, wenn Schüler statt ausgebildeten Kräften die Reinigung übernehmen.

Politische Unterstützung für Arnolds Vorschlag kommt von der CDU, der FDP und Teilen der Grünen. Doch nicht alle sind überzeugt. Manche Schulleiter und Verantwortliche betonen, dass professionelle Reinigungskräfte unverzichtbar seien, um die Hygiene in Schulen zu gewährleisten.

Die Diskussion darüber, ob Schülerreinigung funktionieren kann, hält an. Sollte das Modell flächendeckend eingeführt werden, könnte es Schulbudgets und den Alltag an Schulen grundlegend verändern. Vorerst werden die Erfahrungen am Scheffold-Gymnasium und an anderen Pilotschulen wohl die künftigen Entscheidungen prägen.