03 March 2026, 06:27

Schwarzarbeit im Bezirk Lörrach: Über 1.400 Strafverfahren und 500.000 Euro Bußgelder in 2025

Ein Plakat mit fetter schwarzer Schrift auf einem weißen Hintergrund zeigt "Kindera(r)beit ist eine nationale Gefahr - Sollen wir die Nation von der Industrie fesseln lassen", mit einer Gruppe von Menschen verschiedenen Alters, Geschlechts und ethnischer Herkunft, die zusammen stehen.

Schwarzarbeit im Bezirk Lörrach: Über 1.400 Strafverfahren und 500.000 Euro Bußgelder in 2025

Verschärfte Kontrollen gegen Schwarzarbeit im Bezirk des Hauptzollamts Lörrach führen zu über 1.400 Strafverfahren und mehr als 1.000 Bußgeldverfahren im Jahr 2025

Die Behörden im Zuständigkeitsbereich des Hauptzollamts Lörrach haben die Bekämpfung nicht angemeldeter Beschäftigung deutlich ausgeweitet – mit neuen gesetzlichen Befugnissen als Grundlage. Besonders im Visier stehen Branchen wie das Baugewerbe, die Gastronomie und Taxiunternehmen. Die verschärften Maßnahmen brachten bereits Bußgelder und Einziehungen in Höhe von rund 500.000 Euro ein.

Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) setzte ihre aktuelle Kampagne mit erweiterten digitalen Instrumenten und größeren Kontrollbefugnissen um. Dadurch können Beschäftigungsdaten umfassender analysiert und Verstöße konsequenter verfolgt werden. Im Fokus der Prüfungen standen die Einhaltung der Sozialversicherungspflicht, die Zahlung des Mindestlohns sowie der rechtmäßige Status ausländischer Arbeitnehmer:innen.

Im Laufe des Jahres wurden 574 Betriebe überprüft, wobei Beamte mehr als 6.600 Beschäftigte zu ihren Arbeitsbedingungen befragten. Rund 160 Mitarbeiter:innen waren im gesamten Bezirk mit Kontrollen, Ermittlungen und rechtlichen Nachverfolgungen beschäftigt.

Die Gerichte schlossen 1.265 Strafverfahren ab, verhängten Geldstrafen von etwa 300.000 Euro und verurteilten zu Haftstrafen mit einer Gesamtlänge von 12,5 Jahren. Weitere 956 Bußgeldverfahren endeten mit Sanktionen, sodass die Gesamtstrafe bei rund 500.000 Euro liegt. Obwohl die Zahl der Kontrollen seit 2021 um 15–20 Prozent zurückging, blieb die Anzahl der aufgedeckten Fälle mit jährlich 1.200 bis 1.500 stabil – mit einem leichten Anstieg in Offenburg im Jahr 2024.

Besonders genau unter die Lupe genommen wurden das Baugewerbe, die Gastronomie, Taxiunternehmen, Sicherheitsdienste, Friseursalons und Kosmetikbetriebe. Diese Branchen gelten traditionell als anfällig für Schwarzarbeit und Lohnverstöße.

Die Kampagne zeigt konkrete Ergebnisse: Bußgelder, Einziehungen und Freiheitsstrafen bei Verstößen. Mit strengerer digitaler Überwachung und erweiterten rechtlichen Mitteln wollen die Behörden den Druck auf Unternehmen aufrechterhalten, die Arbeitsgesetze missachten. Die gleichbleibend hohe Aufklärungsquote deutet darauf hin, dass nicht angemeldete Beschäftigung in Schlüsselsektoren weiterhin ein hartnäckiges Problem bleibt.