Sechsjähriges Mädchen im Europa-Park entführt: Täter gesteht grausame Tat
Angelo BriemerAlbtraum im Rulantica-Bad: Wie der Sechsjährige verschwand - Sechsjähriges Mädchen im Europa-Park entführt: Täter gesteht grausame Tat
Im August 2022 verschwand ein sechsjähriges Mädchen im Rulantica-Wasserpark des Europa-Parks, während ihre Eltern kurz unaufmerksam waren. Das Kind wurde später verängstigt in einem nahegelegenen Waldstück gefunden, was zur Festnahme eines Mannes führte, der sich nun wegen sexuellen Missbrauchs und weiterer Vorwürfe vor Gericht verantworten muss. Der Angeklagte hat die Tat gestanden und im Prozess Reue gezeigt.
Der Vorfall begann, als der Vater des Mädchens sie für einen kurzen Moment allein ließ, um ein temporäres Tattoo zu holen. Die Mutter befand sich in der Nähe mit ihrem jüngeren Kind. Den Ermittlungen zufolge nutzte der Beschuldigte die Gelegenheit, sprach das Mädchen an und bot an, ein Taxi zu rufen, bevor er sie aus dem Poolbereich führte.
Überwachungsaufnahmen halfen, den Verdächtigen zu identifizieren, der eine Woche später in Rumänien festgenommen wurde. Bei einer Durchsuchung seiner Wohnung fanden die Beamten Kleidung, die er am Tag der Tat getragen hatte. Laut Anklage gab er dem Kind Kokain, um es gefügig zu machen, brachte es dann in ein Maisfeld und versuchte, es zu missbrauchen. Als sich das Mädchen wehrte, warf er sie in ein Gebüsch am Straßenrand und floh. Ein vorbeifahrender Autofahrer entdeckte sie fast zwei Stunden später, erschöpft und verängstigt.
Die Eltern des Mädchens sagten unter Ausschluss der Öffentlichkeit aus, um ihre Identität zu schützen. Der Angeklagte hat ein Geständnis abgelegt, und alle Prozessbeteiligten haben sich auf eine Haftstrafe zwischen drei Jahren und neun Monaten sowie vier Jahren und neun Monaten geeinigt.
Nach dem Vorfall führte der Europa-Park strengere Sicherheitsvorkehrungen in der Rulantica ein. Besucher erhalten nun Armbänder, die innerhalb von Familiensgruppen verknüpft sind, um Ein- und Ausgänge zu überwachen. Allerdings wurden seitdem keine weiteren Änderungen bei den Aufsichtsregeln für Kinder in deutschen Freizeitparks bekannt.
Das Verfahren endete mit einem klaren Schuldeingeständnis des Angeklagten; das Urteil wird voraussichtlich im vereinbarten Rahmen liegen. Das aktualisierte Sicherheitssystem des Europa-Parks soll ähnliche Vorfälle verhindern, doch branchenweite Reformen wurden bisher nicht bestätigt. Der Fall zeigt, welche Risiken selbst kurze Momente der Unaufmerksamkeit in überfüllten öffentlichen Räumen bergen können.