16 February 2026, 12:35

Shitstorm um Heidi Reichinneks Dienstwagen: Warum die AfD jetzt unter Druck gerät

Ein weißes Audi R8 steht am Straßenrand, umgeben von grünem Gras.

Streit um Heidi Reichinnek's Dienstwagen: Kann ein Linker Luxus bezahlen? - Shitstorm um Heidi Reichinneks Dienstwagen: Warum die AfD jetzt unter Druck gerät

Ein Shitstorm in den sozialen Medien ist wegen eines Fotos der fraktionsvorsitzenden Heidi Reichinnek neben einem teuren Audi A8 entbrannt. Das Bild, das ein Fahrzeug mit dem Kennzeichen B-HR 419 zeigt, löste Vorwürfe der rechtspopulistischen AfD aus. Kritiker fragten, ob Reichinnek den Wagen für private Fahrten nutze oder auf Kosten der Partei.

Die Kontroverse kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die AfD selbst unter Druck gerät – wegen Nepotismus-Vorwürfen und eines separaten Kennzeichen-Skandals mit neonazistischen Anklängen.

Ausgelöst wurde der Streit, als die AfD-Abgeordnete Beatrix von Storch Reichinnek vorwarf, den hochpreisigen Audi A8 (Wert: rund 106.000 Euro) unrechtmäßig zu nutzen. Von Storch unterstellte, die Linken-Chefin fahre das Fahrzeug entweder privat oder lasse die Kosten von der Partei tragen. Später klärte das Magazin stern jedoch auf, dass es sich um einen Leasingwagen für den Vorstand der Linken handele – nicht um Reichinneks Privatbesitz.

Zweifel kamen auf, als weitere Bilder auftauchten, die denselben Wagen mit einem anderen Kennzeichen zeigten. Manche warfen von Storch vor, auf eine Falschmeldung hereingefallen zu sein. Persönliche Kennzeichen sind unter Politikern verbreitet – etwa bei Friedrich Merz, Christian Lindner oder Dietmar Bartsch. Zudem stehen allen Fraktionsvorsitzenden im Bundestag Dienstwagen zu, sodass Reichinneks Nutzung des Audi nichts Ungewöhnliches ist.

Die Angriffe der AfD auf Reichinnek werden von Beobachtern als Ablenkungsmanöver von eigenen Problemen gewertet. Erst kürzlich sorgte der AfD-Politiker Siegbert Droese mit einem Kennzeichen für Schlagzeilen, das eine Anspielung auf Adolf Hitler enthielt. Gleichzeitig verteidigte der AfD-Abgeordnete Markus Frohnmaier die Beschäftigung seiner Ehefrau über das Büro eines anderen Parlamentariers – mit dem Argument, es zählten Qualifikationen, nicht Familienbanden. Kritiker sehen darin jedoch Teil eines größeren Nepotismus-Problems in der Partei.

Der Streit um Reichinneks Auto hat die politischen Doppelstandards offengelegt: Während ihre Nutzung eines Dienstwagens gängiger Praxis entspricht, lenken die AfD-Angriffe den Blick auf die internen Skandale der Partei. Die Debatte dürfte anhalten, solange beide Seiten sich gegenseitig Vorwürfe machen.