Söder analysiert CDU-Niederlage in Baden-Württemberg: "Schmutziger Wahlkampf" als Hauptgrund
Angelo BriemerSöder analysiert CDU-Niederlage in Baden-Württemberg: "Schmutziger Wahlkampf" als Hauptgrund
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat sich zur jüngsten Landtagswahl in Baden-Württemberg geäußert, bei der die Grünen unter Cem Özdemir knapp die Wahlumfrage gewannen. Der CSU-Vorsitzende wies zwar Rückschlüsse auf eine generelle konservative Schwäche zurück, kritisierte aber die CDU-Kampagne als entscheidenden Faktor für deren Niederlage.
Bei der Landtagswahl im März 2026 setzten sich die Grünen mit hauchdünnem Vorsprung durch und beendeten damit Winfried Kretschmanns 15-jährige Amtszeit als Ministerpräsident. Söder gratulierte Özdemir zum Erfolg und rief zu einer kooperativen Haltung zwischen den Parteien auf. Gleichzeitig deutete er an, Özdemir könne wie einst Kretschmann zu einem Verfechter des Föderalismus werden.
Für die CDU-Niederlage machte Söder unter anderem zwei umstrittene WahlkampFvideos gegen ihren Spitzenkandidaten Manuel Hagel verantwortlich. In einem Clip war Hagel mit einer peinlichen Bemerkung über die "rehbraunen Augen" einer Studentin zu sehen – ein Fehltritt, den er später einräumte. Der CSU-Chef bezeichnete den Wahlkampf als "schmutzig", betonte jedoch, das Ergebnis deute nicht auf ein generelles Comeback der Grünen hin.
Trotz der Niederlage zeigte sich Söder optimistisch für die Zukunft der Union. Die CDU werde künftig sogar mehr Einfluss in der baden-württembergischen Landesregierung haben als zuvor, argumentierte er. Mit Blick auf die kommenden Aufgaben mahnte er eine stärkere Fokussierung auf Wirtschaftsthemen an – die Migrationsfrage sei nun unter Kontrolle.
Die Grünen regieren damit zwar weiter, allerdings mit knapper Mehrheit. Söders Aussagen unterstreichen sowohl die Schwächen des CDU-Wahlkampfs als auch seine Erwartung, dass die Union in der neuen Regierung eine stärkere Rolle spielen wird. Seit der Wahl wurden keine größeren Kurswechsel im Bundesrat in Sachen Klima, Digitalisierung oder Wirtschaftspolitik bekannt gegeben.






