03 March 2026, 01:55

Söder greift Ampelkoalition an und setzt auf Merz als außenpolitischen Hoffnungsträger

Ein Plakat mit einer bunten Deutschlandkarte mit verschiedenen Symbolen und der fett geschriebenen Überschrift "Der Weg zum Frieden".

Söder greift Ampelkoalition an und setzt auf Merz als außenpolitischen Hoffnungsträger

Markus Söder, Vorsitzender der bayerischen CSU, hat die aktuelle politische Ausrichtung Deutschlands vor den anstehenden Landtagswahlen scharf kritisiert. Bei einer jüngsten Veranstaltung forderte er grundlegende Veränderungen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg und verurteilte die bestehenden Koalitionen als ineffektiv.

Gleichzeitig lobte er CDU-Chef Friedrich Merz und bezeichnete ihn als zentrale Figur für die Stärkung der deutschen Außenpolitik und der Beziehungen zu den USA.

Söder richtete seine Kritik insbesondere gegen die Ampelkoalition in Rheinland-Pfalz und verlangte ein Ende des "ganzen Ampel-Unsinns". Er bestritt, dass die konservative CDU in Baden-Württemberg die Dominanz über die Grünen zurückgewinnen müsse, und stellte die anstehenden Wahlen im März als Chance für einen "Neuanfang" dar.

Seine Kritik erweiterte er auf die Außenpolitik der vorherigen Bundesregierung, die er als übermäßig moralisierend und belehrend bezeichnete. Stattdessen plädierte er für eine stärkere Orientierung an den eigenen Interessen Deutschlands und Europas auf der globalen Bühne.

In der Außenpolitik warf Söder der politischen Linken Heuchelei vor. Er behauptete, sie habe in der Vergangenheit das Freihandelsabkommen TTIP mit den USA untergraben, beklage nun aber amerikanische Zölle. Einige linke Gruppen bezeichnete er gar als "antiamerikanisch" in ihrer Haltung.

Demgegenüber hob er Merz' Führungskraft hervor und nannte ihn einen "Kompass in unsicheren Zeiten". Söder betonte die enge Zusammenarbeit zwischen CSU und CDU und unterstrich die Einheit innerhalb der konservativen Unionsfamilie. Merz bezeichnete er sogar als "unseren Trumpf mit Trump" – ein Hinweis darauf, dass dessen diplomatisches Geschick die transatlantischen Beziehungen neu beleben könnte.

Söders Äußerungen deuten auf einen Vorstoß der Konservativen hin, um bei den bevorstehenden Landtagswahlen die Oberhand zu gewinnen. Seine Anerkennung von Merz' außenpolitischem Kurs signalisiert eine Hinwendung zu einer Politik, die deutsche und europäische Interessen über ideologische Positionen stellt.

Die Aussagen des CSU-Chefs verdeutlichen zudem die Spannungen zwischen dem konservativen Lager und der aktuellen Ampelkoalition – ein Vorspiel für einen umstrittenen Wahlkampf.