Sparkassen starten eigene DIY-Investmentplattform gegen Neobroker-Konkurrenz
Dietlind Grein GrothSparkassen starten eigene DIY-Investmentplattform gegen Neobroker-Konkurrenz
Deutschlands Sparkassen bringen im Sommer eine neue DIY-Investmentplattform an den Start. Die Initiative richtet sich an selbstständige Anleger, die Wertpapiere und ETFs ohne Beratung handeln möchten. Gleichzeitig soll sie Kunden zurückgewinnen, die in den vergangenen Jahren zu Neobrokern abgewandert sind.
Die neue Plattform wird unabhängig vom bestehenden Sparkassen-Broker-Angebot betrieben und nutzt eine eigene Infrastruktur für die Orderausführung. Kernfunktionen wie Handel, Verwahrung und Abwicklung übernehmen die DWP Bank und die DekaBank. Anders als viele Neobroker-Apps, die bei hohem Verkehrsaufkommen bereits mit Abstürzen zu kämpfen hatten, verspricht die Sparkassen-Lösung Stabilität sowie telefonische Unterstützung für Nutzer.
Die Sparkassen-Finanzgruppe plant seit Langem, ihr Angebot für selbstbestimmte Anleger auszubauen. Der Schritt folgt auf Diskussionen über Kundenverluste an digitale Spezialanbieter. Der Start erfolgt zudem zu einem Zeitpunkt, an dem das Verbot von Payment for Order Flow (PFOF) bevorsteht – was den Druck auf die Konkurrenz weiter erhöhen dürfte.
Nähere Details zu Preisen und dem bundesweiten Rollout stehen noch aus.
Die Plattform positioniert sich als direkte Alternative zu Neobrokern und wirbt mit einer zuverlässigeren Handelserfahrung. Im Fokus stehen Anleger, die Unabhängigkeit schätzen, aber mit technischen Problemen bei bestehenden Apps hadern. Die Sparkassen-Gruppe erhofft sich dadurch eine Stärkung ihrer Position im wachsenden Markt für selbstgesteuerte Geldanlagen.