26 February 2026, 02:39

Streit um neues Heizungsgesetz: Baden-Württemberg warnt vor fossiler Abhängigkeit und chaotischer Wärmeplanung

Eine Gruppe von Menschen steht vor einem Gebäude mit Säulen und einer Tür, hält ein Transparent mit Text, Fahnen mit Stangen und Ballons und nimmt an einem Klimastreik in Deutschland teil.

Streit um neues Heizungsgesetz: Baden-Württemberg warnt vor fossiler Abhängigkeit und chaotischer Wärmeplanung

Die deutsche Bundesregierung einigte sich am 24. Februar 2026 auf zentrale Punkte des neuen Gebäudeenergiegesetzes (GEG). Die geplanten Änderungen stoßen jedoch auf Kritik von Baden-Württembergs Energieministerin Thekla Walker, die warnt, sie könnten die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen verlängern und lokale Wärmeplanungen aus dem Gleichgewicht bringen.

Nach dem aktuellen GEG-Entwurf müssen Großstädte mit mehr als 100.000 Einwohnern sicherstellen, dass ab dem 1. Juli 2026 neu installierte Heizsysteme zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Kleinere Kommunen hätten zwei Jahre länger Zeit, um diese Vorgabe umzusetzen. Zudem treten zum 1. Januar 2026 strengere Lärmgrenzen für Luft-Wärmepumpen in Kraft, die die zulässigen Geräuschpegel um 10 Dezibel senken.

Eine geplante Novelle des GEG – die voraussichtlich noch im Februar vom Kabinett beschlossen werden soll – würde die 65-Prozent-Regelung für erneuerbare Energien jedoch streichen. Stattdessen soll eine 10-prozentige Biomethan-Quote eingeführt werden, die Walker als undurchführbar kritisiert. Baden-Württemberg verfüge nicht über ausreichend Ackerflächen, um die für eine solche Quote benötigten Energiepflanzen anzubauen.

Walker übt auch scharfe Kritik am Rückgriff auf fossile Heizsysteme und warnt, dass sogenanntes "grünes Öl" zunehmend knapp und teuer werde. Eine längere Abhängigkeit von Öl- und Gasimporten widerspreche zudem den Klimazielen, betont sie.

Die geplanten Änderungen bringen die Kommunen in eine schwierige Lage. Über 300 Städte und Gemeinden in Baden-Württemberg haben bereits Wärmewende-Konzepte auf Basis des bisherigen GEG erarbeitet. Sollte die Novelle verabschiedet werden, könnten diese Pläne nicht mehr mit der Bundespolitik übereinstimmen.

Auch das Handwerk könnte unter den Änderungen leiden. Die Nachfrage nach neuen Heizsystemen könnte einbrechen, wenn die 65-Prozent-Regelung für erneuerbare Energien fällt – mit der Folge, dass Unternehmen unsicher in ihre Zukunft investieren.

Die GEG-Novelle wird noch diskutiert und ist noch nicht final beschlossen. Falls sie in Kraft tritt, würde sie die Heizungsvorschriften grundlegend verändern und sowohl lokale Klimastrategien als auch den Markt für erneuerbare Heizsysteme prägen. Für Baden-Württembergs Verantwortliche und Handwerksbetriebe beginnt nun eine Phase der Unsicherheit, während sie auf die endgültige Entscheidung warten.