Studierende verarbeiten Flucht und Migration in literarischen Werken nach Kunstprojekt
Hiltraud HamannStudierende verarbeiten Flucht und Migration in literarischen Werken nach Kunstprojekt
Studierende des Internationalen Studienzentrums der Universität Heidelberg haben sich in kreativen Schreibwerkstätten mit den Themen Flucht und Migration auseinandergesetzt. Inspiriert wurden sie dabei von der eindrucksvollen Installation mare nostrum des Künstlers Markus Kaesler. Den Höhepunkt bildet eine öffentliche Lesung am 12. März.
Die Teilnehmenden, die sich auf ein Studium in Deutschland vorbereiten, setzten sich mit Kaeslers Werk auseinander und verfassten Gedichte sowie kurze Prosa. Seine Installation besteht aus 2.749 Einzelbildern – jedes steht symbolisch für eine Person, die zwischen 2019 und 2023 auf der Mittelmeer-Migrationsroute ums Leben kam oder als vermisst gilt. Die Aufnahmen entstanden, indem Kaesler Lochkameras im Meer treiben ließ und die Abzüge mit Salzwasser entwickelte.
Die Veranstaltung beginnt um 18:00 Uhr im Max-Weber-Haus, Ziegelhäuser Landstraße 17. Sie bietet internationalen Studierenden eine Plattform, um ihre deutschsprachigen Texte in einem interaktiven Format zu präsentieren. Ihre vielfältigen kulturellen Hintergründe sollen die Diskussion über Migration und Vertreibung bereichern.
Kaeslers Mitwirkung ist Teil der Internationalen Wochen gegen Rassismus in Heidelberg, die vom 11. bis 29. März 2026 stattfinden. Organisiert vom Interkulturellen Zentrum der Stadt und lokalen Partnern, zielt das Programm darauf ab, den Dialog über rassistische Gerechtigkeit und Inklusion zu fördern.
Bei der Lesung werden die Studierenden ihre Reflexionen über Migration vorstellen – geprägt von Kaeslers kraftvollem Werk. Ihre Beiträge bereichern die laufenden Debatten im Rahmen der Heidelberger Antirassismus-Initiative. Die Öffentlichkeit ist eingeladen, teilzunehmen und sich mit den vielfältigen Perspektiven auseinanderzusetzen.