Stuttgarts Finanzkrise eskaliert: Autokrise und Jobabbau bei Mercedes und Porsche
Sylke SchmiedtStuttgarts Finanzkrise eskaliert: Autokrise und Jobabbau bei Mercedes und Porsche
Autostadt Stuttgart in schwerer Krise: Finanznot verschärft sich
Stuttgart, die als deutsche „Autohauptstadt“ bekannte Metropole, steckt in tiefen finanziellen Schwierigkeiten. Wie die Stadt jetzt mitteilt, droht ihre freie Liquidität bis Ende 2025 ins Minus zu rutschen – ein dramatischer Wandel für die seit 2018 schuldenfreie Kommune. Ein drastischer Einbruch bei den Gewerbesteuereinnahmen und steigende Ausgaben zwingen die Verantwortlichen zu drastischen Maßnahmen.
Die Krise der deutschen Automobilbranche trifft Stuttgart besonders hart. Die beiden in der Stadt ansässigen Konzernriesen Mercedes-Benz und Porsche kürzen massiv Stellen und Kosten. Mercedes strebt bis 2027 Einsparungen in Höhe von fünf Milliarden Euro an und bietet Mitarbeitenden Abfindungsprogramme an. Porsche plant, bis 2029 die Belegschaft an den Standorten Stuttgart und Weissach um 15 Prozent – rund 1.900 Arbeitsplätze – zu verringern. Bundesweit sank die Beschäftigtenzahl in der Branche 2025 auf 720.000 – der niedrigste Stand seit 2011.
Für Stuttgart, das jahrelang ohne Schulden gewirtschaftet hatte, verdüstert sich die finanzielle Lage zusehends. Angesichts dringender Investitionen und nahezu aufgebrauchter Rücklagen muss die Stadt nun wieder Kredite aufnehmen, um den Grundbetrieb aufrechtzuerhalten. Die Schwächephase der Automobilindustrie hinterlässt tiefe Spuren – sowohl bei den Arbeitsplätzen vor Ort als auch in den öffentlichen Haushalten.