04 February 2026, 15:01

Tragischer Ertrinkungstod im Schwimmunterricht: Pädagogen verurteilt – Berufung steht an

Ein Blatt Papier mit einer Zeichnung von zwei verzweifelt im Wasser schwimmenden Menschen, mit der fett geschriebenen Überschrift "Surf-Badung Misserfolg".

Schüler stirbt nach Schwimmunterricht - Neuprozess im April - Tragischer Ertrinkungstod im Schwimmunterricht: Pädagogen verurteilt – Berufung steht an

Zwei Pädagogen sind wegen des Ertrinkungstods eines siebenjährigen Jungen während des Schwimmunterrichts verurteilt worden. Der Vorfall ereignete sich am 18. September 2023, als das Kind in seiner ersten Unterrichtsstunde ertrank. Eine Berufungsverhandlung zur Höhe der Strafen ist nun für den 17. April 2025 angesetzt.

Die Tragödie nahm ihren Lauf, als alle 21 Kinder der Gruppe – darunter auch Nichtschwimmer – gleichzeitig ins Wasser gelassen wurden. Beide Pädagogen sagten später aus, sie hätten die Schüler beobachtet. Der Tod des Jungen führte zu Anklagen wegen fahrlässiger Tötung.

Im ersten Prozess erhielt die Referendarin eine sechsmonatige Bewährungsstrafe und musste 7.000 Euro Schadensersatz zahlen. Die verantwortliche Lehrkraft wurde zu neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt und muss den Eltern des Jungen 10.000 Euro zahlen.

Die anstehende Berufungsverhandlung am Landgericht Konstanz wird nur die Strafmaßstäbe prüfen, nicht die Schuldfrage. Das Gericht hat lediglich einen Zeugen geladen, und eine Entscheidung könnte noch am selben Tag fallen.

Schwimmunterricht ist an deutschen Grundschulen weit verbreitet – etwa 80 bis 90 Prozent bieten ihn auf Grundlage der Landesgesetze an. Sicherheitsstandards, die von Organisationen wie dem Deutschen Schwimm-Verband (DSV) und der Kultusministerkonferenz (KMK) festgelegt werden, verlangen qualifizierte Aufsichtspersonen, strenge Betreuungsschlüssel, warme Wassertemperaturen und Notfallpläne. Allerdings variiert die Einhaltung, da es keine zentrale Erfassung gibt, wie viele Schulen diese Regeln tatsächlich umsetzen.

Das Berufungsverfahren wird entscheiden, ob die Strafen bestehen bleiben. Der Fall hat die Debatte über Sicherheitsvorkehrungen im schulischen Schwimmunterricht neu entfacht. Ein Urteil könnte bereits am 17. April 2025 ergehen.