Tübingen kämpft gegen nutzlose Telefonzellen der Telekom – und verliert die Geduld
Sylke SchmiedtDefekte Telefonzellen: Tübingen will von der Deutschen Telekom Geld - Tübingen kämpft gegen nutzlose Telefonzellen der Telekom – und verliert die Geduld
Tübingen verliert die Geduld mit der Deutschen Telekom wegen der zögerlichen Entfernung stillgelegter Telefonzellen
Die Deutsche Telekom schaltete Anfang 2023 ihre letzten 12.000 öffentlichen Telefonzellen in ganz Deutschland ab. Doch in Tübingen stehen noch immer 13 dieser nutzlosen Kabinen – sechs davon verstellen sogar das Bild der historischen Altstadt.
Der Grund für die Verzögerung: Die Telekom scheitert an der Beschaffung der notwendigen lokalen Genehmigungen für den Rückbau. Ursprünglich wollte das Unternehmen alle Zellen bis Ende 2025 abbauen. Doch dieser Zeitplan ist längst Makulatur, sodass die Bauten vorerst unbestimmt weiterstehen.
Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer bezeichnet die verlassenen Telefonzellen als "Schandfleck", der das Stadtbild beeinträchtige. Auch der Rathauschef teilt diese Verärgerung und verweist auf die maroden, ungenutzten Kioske als dauerhafte Belästigung. Die Stadtverwaltung prüft nun, ob sie die Telekom für die anhaltende Präsenz der Zellen zur Kasse bitten kann.
Von den 13 verbliebenen Kabinen stehen sieben in anderen Stadtteilen, die restlichen sechs im denkmalgeschützten Altstadtbereich. Jeder Standort erfordert separate Genehmigungen – ein weiterer Grund für die stockenden Fortschritte.
Die Pattsituation lässt Tübingen kaum Handlungsoptionen jenseits rechtlicher oder finanzieller Druckmittel. Die Telekom muss zunächst noch bürokratische Hürden überwinden, bevor der Abriss beginnen kann. Bis dahin bleiben die Straßen der Stadt mit Relikten einer vergangenen Epoche gespickt.