08 February 2026, 18:25

Ukrainische Delegation aus Bilhorod-Dnistrowskyj erkundet Ulms nachhaltige Infrastruktur und Energielösungen

Eine detaillierte Karte von Kiew, Ukraine, mit Straßen, Gebäuden, Sehenswürdigkeiten und Text mit zusätzlichen Informationen zum Gebiet, durchflossen von einem Fluss.

Ukrainische Delegation aus Bilhorod-Dnistrowskyj erkundet Ulms nachhaltige Infrastruktur und Energielösungen

Eine Delegation aus der ukrainischen Stadt Bilhorod-Dnistrowskyj besuchte vom 26. bis 29. Januar 2026 Ulm und Neu-Ulm. Im Mittelpunkt der Reise standen nachhaltige Infrastruktur, Wasserwirtschaft und Energielösungen im Rahmen einer langfristigen Partnerschaft zwischen den Städten. Organisiert von der Organisation der Vereinten Nationen für industrielle Entwicklung (UNIDO) markiert der Besuch den Übergang von der Nothilfe hin zu technischer Zusammenarbeit und Kapazitätsaufbau.

Die Delegation besichtigte zentrale Infrastrukturprojekte, darunter Abfallbehandlungsanlagen, Biomasse-Einrichtungen und Fernwärmenetze. Im Plasma-Labor Ilm-Ulm informierte sie sich über Plasmatechnologie, ein Verfahren zur Erkennung von PFAS ("Ewigkeitschemikalien") in Wasser mithilfe von Sensorchips. Bei den SWU Stadtwerken Ulm/Neu-Ulm standen Wasserkraftwerke und Trinkwasseraufbereitung auf dem Programm, während die Entsorgungs-Betriebe Ulm (EBU) Abwasserbehandlungstechniken vorstellten.

Während des Aufenthalts traf sich die Gruppe zudem mit lokalen ukrainischen Gemeinschaften und diskutierte strukturierte Wissensaustausch-Initiativen. Oberbürgermeister Martin Ansbacher betonte, dass beide Städte voneinander lernen könnten, und lobte die Widerstandsfähigkeit Bilhorod-Dnistrowskyjs sowie Ulms innovative Ansätze. Oberbürgermeisterin Katrin Albsteiger ergänzte, die Partnerschaft werde verantwortungsvoll weiterentwickelt – mit Fokus auf Anpassungsfähigkeit und geteiltem Fachwissen.

Die Reise baute auf der Unterstützung auf, die Ulm und Neu-Ulm seit dem russischen Angriffskrieg leisten. Seit dem Frühjahr 2023 helfen die Städte Bilhorod-Dnistrowskyj; im Rahmen der Zusammenarbeit wurden drei generalüberholte Gelenkbusse übergeben – unterstützt von Voith GmbH und den SWU Stadtwerken Ulm/Neu-Ulm.

Die Studienreise festigte die technische Zusammenarbeit zwischen den Städten und lenkte den Fokus von akuter Hilfe hin zu langfristiger Infrastrukturentwicklung. Neue Technologien wie die PFAS-Erkennung und das Wasserkraftmanagement wurden als zentrale Felder für künftige Projekte hervorgehoben. Die Partnerschaft konzentriert sich nun auf strukturierten Wissensaustausch und den nachhaltigen Einsatz von Ressourcen.