03 February 2026, 06:09

Verpackungssteuer auf Takeaway-Essen spaltet Gastronomie und Kunden in deutschen Städten

Eine Vitrine voller verschiedener Lebensmittel in Plastikbehältern, jeweils mit einem Preisschild, darunter Salate, Sandwiches und andere Gerichte.

Steuer-Streit um Verpackungssteuer: 'Das ist doch schon frech' - Verpackungssteuer auf Takeaway-Essen spaltet Gastronomie und Kunden in deutschen Städten

Seit Anfang 2024 erheben mehrere deutsche Städte – darunter Berlin, München und Frankfurt – Gebühren auf Einwegverpackungen für Essen zum Mitnehmen. Die Abgaben sollen Abfall reduzieren, doch die Reaktionen fallen gespalten aus. Während einige Kunden mittlerweile eigene Behälter mitbringen, lehnen sich andere Verbraucher sowie viele Betriebe gegen die zusätzlichen Kosten und den bürokratischen Aufwand auf.

Freiburg führte die Regelung zu Jahresbeginn ein und verlangt seitdem 50 bis 70 Cent Aufschlag auf warme Takeaway-Gerichte. Die Verantwortlichen vor Ort sprechen von einer "Eingewöhnungsphase", doch die Herausforderungen sind deutlich spürbar.

Die Steuer hat zu kleinen, aber bemerkbaren Veränderungen im Bestellverhalten geführt. Manche Kunden greifen nun zu Mehrwegbehältern, andere versuchen, die Gebühr zu umgehen – etwa indem sie ihr Essen knapp außerhalb der Restaurantgrenzen abholen oder leere Boxen als "Geschenk" erhalten. Für viele Betriebe jedoch überwiegt die Frustration über eine reibungslose Anpassung.

Robin Pfefferle, Inhaber des Imbiss YepaYepa, verzeichnet seit der Umstellung auf Mehrweglösungen einen Rückgang von etwa 10 Prozent im Takeaway-Geschäft. Frédéric Zindler, Besitzer des Restaurants Lollo, unterstützt zwar das Ziel der Abfallvermeidung, kritisiert aber, dass ein flächendeckendes Mehrwegsystem hätte etabliert sein müssen, bevor die Steuer eingeführt wurde. Mit seiner Meinung steht er nicht allein: Viele aus der Gastronomie bezeichnen die Maßnahme als schlecht durchdacht und besonders belastend für kleinere Betriebe.

Die Stadtverwaltung hält sich mit Aussagen zu den allgemeinen Auswirkungen zurück, hat aber in Freiburg bereits Unterstützung für lokale Unternehmen eingeleitet. Rund 200 Betriebe erhielten Beratung, und die Stadt startete eine "Mehrweg-Initiative" – bisher allerdings nur für Becher, nicht für Essensbehälter. Eine umfassende Evaluation der Steuerwirkungen steht erst in zwei Jahren an.

Größere Ketten scheinen die zusätzlichen Kosten besser verkraften zu können, während unabhängige Restaurants benachteiligt werden. Einige Inhaber berichten, mehr Zeit mit Papierkram als mit der Bedienung von Gästen zu verbringen, andere zweifeln daran, ob die eingenommenen Gelder langfristig tatsächlich die Abfallwirtschaft verbessern werden.

Die Verpackungssteuer hat in Freiburg und anderen Städten eine Mischung aus Anpassung und Widerstand ausgelöst. Erste Anzeichen deuten auf moderate Veränderungen im Konsumverhalten hin, doch viele Betriebe kämpfen weiterhin mit dem erhöhten Arbeitsaufwand und der finanziellen Belastung. Da eine vollständige Bewertung der Maßnahme noch zwei Jahre auf sich warten lässt, bleibt der langfristige Erfolg des Vorhabens ungewiss.