Villingen-Schwenningen erinnert an Zwangsarbeit im Nationalsozialismus mit neuem Projekt
Angelo BriemerVillingen-Schwenningen erinnert an Zwangsarbeit im Nationalsozialismus mit neuem Projekt
Ein neues Projekt in Villingen-Schwenningen widmet sich der Aufarbeitung der Zwangsarbeit während der NS-Zeit. Unter dem Titel „Lokale Geschichte, globale Verbindungen“ umfasst es eine Ausstellung, eine Online-Plattform und eine öffentliche Erzählveranstaltung. Ziel der Initiative ist es, persönliche Berichte von Überlebenden und ihren Angehörigen zu sammeln und zugänglich zu machen.
Das Vorhaben entsteht in Zusammenarbeit zwischen örtlichen Schulen, Hochschulen und dem Uhrenindustriemuseum Villingen-Schwenningen. Gefördert wird es vom Programm „JUGEND erinnert lokal“, das Bildungsarbeit zur Aufarbeitung des Nationalsozialismus unterstützt. Ein Höhepunkt ist ein Erzählcafé am 31. Januar 2026 von 14 bis 17 Uhr in der Stadtbibliothek Villingen-Schwenningen.
Das Café lädt Zeitzeug:innen, ihre Nachkommen und jüngere Generationen ein, sich über Erinnerungen an den Zweiten Weltkrieg und seine Folgen auszutauschen. Die Veranstalter:innen ermutigen Schüler:innen und Bürger:innen, Fragen zu stellen, um einen Dialog zwischen den Altersgruppen zu fördern. Der Eintritt ist frei; Interessierte können sich per E-Mail bei Lisa Schank anmelden. Im Juli 2026 folgt im Uhrenindustriemuseum eine umfassende Ausstellung sowie ein digitales Archiv, das die Forschungsergebnisse zur Zwangsarbeit in der Region präsentiert und die Geschichte einem breiten Publikum näherbringt.
Das Projekt „Lokale Geschichte, globale Verbindungen“ erstreckt sich über mehrere Monate und mündet in eine dauerhafte Ausstellung. Durch die Sammlung von Zeitzeugenberichten und wissenschaftlicher Forschung soll ein schwieriges Kapitel der Stadtgeschichte Villingen-Schwenningens dokumentiert werden. Alle Veranstaltungen sind öffentlich und kostenfrei zugänglich.