Vom Transfer-Pech zum Bundesliga-Aufstieg: Čatićs unerwartete Karrierewende
Angelo BriemerVom Transfer-Pech zum Bundesliga-Aufstieg: Čatićs unerwartete Karrierewende
Ein in letzter Minute gescheiterter Transfer ließ Mirza Čatić Anfang 2024 beim VfB Stuttgart zurück. Der bosnische Mittelfeldspieler sollte für 3,5 Millionen Euro zu RB Salzburg wechseln, doch Verzögerungen bei den Formalitäten vereitelten den Deal. Seitdem hat seine Karriere eine unerwartete Wendung genommen.
Die Grundlagen der Vereinbarung zwischen Stuttgart und Salzburg standen bereits. Der österreichische Klub hatte sogar eine Rückkaufklausel über 12 Millionen Euro für Stuttgart eingebaut. Doch die Freigabe aus Stuttgart traf zu spät ein – nur wenige Minuten nach Schließung des österreichischen Transferfensters um 17 Uhr.
Čatić, damals 20 Jahre alt, hatte zwar mit der Profimannschaft des VfB trainiert, war aber nie in einem Pflichtspiel zum Einsatz gekommen. Seine 17 Einsätze in jener Saison absolvierte er ausschließlich für die zweite Mannschaft. Auch TSG Hoffenheim hatte im Wintertransferfenster Interesse gezeigt, doch ein Wechsel kam nicht zustande.
Nach dem gescheiterten Transfer kehrte Čatić zu FK Sarajevo zurück, wo er in der Saison 2023/24 mit 10 Toren und 8 Vorlagen überzeugte. Im Sommer 2024 sicherte sich der VfL Wolfsburg seine Dienste für 3 Millionen Euro. Seine erste Bundesliga-Saison verlief holprig: Bis Mitte 2025 gelangen ihm in 15 Spielen nur 2 Treffer. Doch bis Februar 2026 hatte er sich unter Ralph Hasenhüttl einen Stammplatz im Rotationskader erkämpft. Seine Vielseitigkeit und starke Bilanz in den Jugendnationalmannschaften machen ihn nun zu einem Kandidaten für eine mögliche Stammelf-Rolle.
Der gescheiterte Wechsel nach Salzburg lenkte Čatićs Karriere von der Stuttgarter Reserve in die Bundesliga. Sein Aufschwung beim VfL Wolfsburg deutet darauf hin, dass der Rückschlag ihm letztlich zum Vorteil gereicht haben könnte. Mit der Zeit könnte er sich noch zu einem Leistungsträger in Deutschlands Eliteklasse entwickeln.