Von Magiern zu Königen: Wie Caspar, Melchior und Balthasar zur Legende wurden
Dietlind Grein GrothDie Drei Weisen Caspar, Melchior und Balthasar: Wer sind sie? - Von Magiern zu Königen: Wie Caspar, Melchior und Balthasar zur Legende wurden
Die Geschichte der heiligen drei könige ist ein fester Bestandteil der Weihnachtsüberlieferung. Doch ihre Erzählung als drei namentlich bekannte könige findet sich nicht in der Bibel. Im Laufe der Zeit formte die Legende sie zu Caspar, Melchior und Balthasar um – Figuren, die heute mit einem berühmten Schrein in Deutschland verbunden sind.
Die früheste Überlieferung stammt aus dem Matthäus-Evangelium, das von Magiern – Weisen oder Sterndeutern – aus dem Osten berichtet. Diese Reisenden folgten einem Stern nach Bethlehem und brachten dem Jesuskind Gaben aus Gold, Weihrauch und Myrrhe. Der Text nennt weder ihre Anzahl noch ihre Namen oder königliche Würde.
Bis zum sechsten Jahrhundert hatte die Volksüberlieferung sie zu drei königen umgedeutet: Caspar, Melchior und Balthasar. Ihre angeblichen Gebeine wurden 1164 von Erzbischof Rainald von Dassel nach Köln überführt. Heute ruhen die Reliquien im Dreikönigsschrein, einem goldenen Schrein in der Krypta des Kölner Doms. Das Fest Epiphanie am 6. Januar erinnert an ihren Besuch und ist in einigen Regionen ein gesetzlicher heilige drei könige feiertag. Im Laufe der Zeit führten künstlerische Darstellungen, die einen der Könige mit dunkler Haut zeigen, auch zu Diskussionen über Rassismus und Repräsentation in religiöser Bildsprache.
Die Legende der heiligen drei könige hat sich weit über ihre biblischen Ursprünge hinaus entwickelt. Ihre Namen, ihr königlicher Status und sogar ihre Reliquien wurden zu zentralen Elementen der christlichen Tradition. Der Kölner Schrein zieht weiterhin Pilger an, während die Debatten über ihre Darstellung größere Fragen zu Geschichte und Kultur aufwerfen.