09 February 2026, 02:20

Wie Hindenburgs Wahl 1925 die Weimarer Republik zerstörte

Ein Schwarz-Weiß-Plakat mit vier menschenköpfigen Demokratie-Köpfen, jeder mit einer darum gewundenen Schlange, begleitet von Text.

Wie Hindenburgs Wahl 1925 die Weimarer Republik zerstörte

Ein neues Buch untersucht, wie eine entscheidende Wahl im Jahr 1925 den demokratischen Niedergang Deutschlands prägte. Der Historiker Wolfgang Niess argumentiert, dass der Sieg Paul von Hindenburgs als Reichspräsident den Weg für den späteren Untergang der Weimarer Republik ebnete. Der Autor wird seine Erkenntnisse in einem öffentlichen Gespräch am 17. Oktober 2025 vorstellen.

Im April 1925 wählten die Deutschen Paul von Hindenburg, einen konservativen Monarchisten, der von rechtsextremen Nationalisten unterstützt wurde. Seine Skepsis gegenüber der Republik und seine Vorliebe für autoritäre Herrschaft schufen, wie Niess es nennt, eine "Zeitbombe". Ab 1930, als sich die Wirtschaftskrise verschärfte, begann Hindenburg, das Parlament zu umgehen, und ernannte Kanzler wie Heinrich Brüning ohne parlamentarische Mehrheit.

Der Abbau demokratischer Normen beschleunigte sich, nachdem Hindenburg Hitler 1932 in der Präsidentschaftswahl geschlagen hatte. Doch unter dem Druck konservativer Eliten ernannte er Hitler am 30. Januar 1933 zum Reichskanzler. Innerhalb weniger Wochen bot der Reichstagsbrand den Vorwand, bürgerliche Rechte außer Kraft zu setzen und die Opposition zu zerschlagen. Hindenburgs Tod im August 1934 beseitigte das letzte Hindernis für Hitlers absolute Macht.

Niess' Buch "Das Schicksaljahr 1925 – Als Hindenburg Reichspräsident wurde" zeichnet nach, wie diese eine Wahl die Weimarer Demokratie destabilisierte. Am 17. Oktober 2025 wird er diese Ereignisse um 20 Uhr in einem Gespräch mit Wolfgang Schorlau vertiefen.

Karten für die Veranstaltung kosten 16 Euro, der ermäßigte Preis beträgt 12 Euro zuzüglich einer Systemgebühr von 1 Euro. Die Diskussion ist Teil der Reihe "Autor im Gespräch" und bietet einen genaueren Blick darauf, wie politische Weichenstellungen durch Wahlen ganze Systeme verändern können. Niess' Analyse unterstreicht die langfristigen Folgen von Hindenburgs Präsidentschaft für die demokratischen Institutionen Deutschlands.