Wie Wälder unser Wasser retten – und Baden-Württemberg vorantreibt
Dietlind Grein GrothWie Wälder unser Wasser retten – und Baden-Württemberg vorantreibt
Wälder spielen eine weit größere Rolle für das Wassermanagement, als viele annehmen. Nach Angaben von Minister Peter Hauk sind strukturreiche Mischwälder entscheidend, um einen ausgeglichenen Wasserkreislauf zu erhalten. In Baden-Württemberg werden nun neue Projekte erprobt, die diese natürliche Funktion noch weiter stärken sollen.
Waldboden funktioniert wie ein riesiger Schwamm: Er saugt Regen und Schnee auf, bremst den Oberflächenabfluss und lässt das Wasser langsam durch die Erdschichten sickern. Dabei werden Verunreinigungen herausgefiltert, sodass unten sauberes Grundwasser austritt.
Besonders Laubmischwälder verstärken diesen Effekt. Im Winter lassen ihre lichten Baumkronen mehr Niederschlag bis zum Boden durchdringen und erhöhen so die Grundwasserneubildung. Zudem kühlen diese Wälder die Luft, fördern die Wolkenbildung und steigern die lokalen Niederschläge.
Das Forstliche Forschungsinstitut Baden-Württemberg leitet Pilotprojekte, um die Wasserspeicherung zu verbessern. Geplant sind unter anderem die Entwässerung entlang von Waldwegen, die Speicherung von Überschusswasser in natürlichen Senken oder Rückhaltebecken sowie die Renaturierung von Waldbächen. Diese Maßnahmen sind zentraler Bestandteil der Strategie.
Damit sollen die wachsenden Risiken durch Dürren, Starkregen und Sturzfluten gemindert werden. Wälder wirken bereits als natürliche Barrieren: Sie verringern die Bodenerosion und dämpfen die Auswirkungen heftiger Regenfälle. Dennoch bleibt die Umwandlung in klimaresistente Mischwälder eine Priorität – angesichts immer unberechenbarer werdender Wetterverhältnisse.
Die Pilotprojekte konzentrieren sich auf praktische Lösungen, um Wasser im Wald zu speichern und zu steuern. Durch die Optimierung natürlicher Prozesse sollen sie die Grundwasservorräte sichern und das Hochwasserrisiko verringern. Die Ergebnisse könnten künftig auch anderen Regionen mit ähnlichen Klimaherausforderungen als Vorbild dienen.






