Xavier Naidoos umstrittenes Comeback: Warum seine Konzerte polarisieren
Sylke SchmiedtXavier Naidoos umstrittenes Comeback: Warum seine Konzerte polarisieren
Xavier Naidoo: Darf er ein Comeback feiern?
Nach einer sechsjährigen Pause gibt Xavier Naidoo am Dienstag in Köln sein Konzert-Comeback. Doch es handelt sich um kein gewöhnliches Comeback.
Xavier Naidoo kehrt diese Woche mit zwei konzerte münchen 2025 in Köln auf die Bühne zurück – seine ersten großen Auftritte seit sechs Jahren. Der Sänger polarisiert mit seinem Comeback, denn seine Vergangenheit ist geprägt von umstrittenen Äußerungen und Verbindungen zur rechtsextremen Szene.
Naidoos letzte öffentliche Auftritte waren von Vorwürfen des Antisemitismus, Rassismus und der Verbreitung von Verschwörungstheorien überschattet. Zwischen 2020 und 2025 war er von großen deutschen Bühnen ausgeschlossen, darunter die Absage der Thomas-Gottschalk-Gala 2021 und sein Ausschluss aus der Schlager-Szene. Besonders kritisiert wurden die Texte seiner Lieder wie Marionetten und Goldwaagen/Goldwagen, denen antisemitische und verschwörungsideologische Untertöne vorgeworfen werden.
2022 veröffentlichte er ein YouTube-Video, in dem er sich für frühere Aussagen entschuldigte und sich von Nationalismus, Rassismus, Homophobie und Antisemitismus distanzierte. Der Journalist Andreas Speit bezeichnete die Entschuldigung jedoch als unzureichend: Eine echte Distanzierung von rechtsextremen Ideologien erfordere langfristiges Engagement. Naidoos frühere Verbindungen, darunter die Zusammenarbeit mit dem rechtsextremen Aktivisten Hannes Ostendorf – der mit einem Brandanschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft in Verbindung gebracht wird –, verschärfen die Kritik zusätzlich.
Trotz der Kontroversen ist die Nachfrage nach seinen eintrittskarte groß. Das erste Kölner Konzert mit 15.000 Tickets war innerhalb kürzester Zeit ausverkauft, weshalb die Veranstalter ein zweites Konzert für Mittwoch ansetzten. Gleichzeitig fordert der Verein Werteinitiative die Absage der Auftritte und warnt davor, dass Naidoos Bühnenpräsenz Antisemitismus normalisieren könnte.
Rechtliche Probleme belasten den Sänger ebenfalls: Gegen ihn laufen derzeit zwei separate Verfahren wegen Volksverhetzung am Landgericht Mannheim. Seine Vergangenheit umfasst Sympathien für die Reichsbürger-Bewegung, Holocaust-Leugnung sowie öffentliche Unterstützung für COVID-19-Verschwörungstheorien im Umfeld der Querdenker-Szene.
Naidoos Rückkehr auf die Live-Bühne erfolgt nach Jahren des Ausschlusses aus dem mainstream-kulturellen Betrieb. Der rasche Ticketverkauf steht im Kontrast zu anhaltenden juristischen Auseinandersetzungen und öffentlichem Widerstand. Kritiker befürchten, dass seine Auftritte Bemühungen gegen Rechtsextremismus und Antisemitismus in Deutschland untergraben könnten.