Zwei Jahre Haft für Angriff auf Polizisten bei Stuttgart-Ausschreitungen
Sylke SchmiedtZwei Jahre Haft für Angriff auf Polizisten bei Stuttgart-Ausschreitungen
Ein 28-jähriger Mann aus Eritrea ist zu zwei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden, weil er bei Ausschreitungen in Stuttgart-Bad Cannstatt Polizisten angegriffen hatte. Die Tat ereignete sich am 16. September 2023, seine Festnahme erfolgte jedoch erst Monate später, am 9. Mai 2024.
Das Amtsgericht Stuttgart-Bad Cannstatt verkündete das Urteil am 14. Mai 2024 nach einem Prozess, in dem die Staatsanwaltschaft eine höhere Strafe gefordert hatte. Der Angeklagte warf der Polizei eine Glasflasche entgegen, als diese die Unruhen unter Kontrolle bringen wollte. Zudem soll er Rettungskräfte während des Chaos bedroht haben. Wegen vergleichbarer Vorfälle im Zusammenhang mit den Ausschreitungen wurde niemand sonst angeklagt.
Die Staatsanwaltschaft hatte eine dreijährige Freiheitsstrafe beantragt und damit auf eine strengere Bestrafung gedrängt. Das Gericht setzte jedoch eine leicht reduzierte Strafe von zwei Jahren und neun Monaten an. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig und kann daher noch angefochten werden. Der Fall geht auf gewaltsame Auseinandersetzungen in Bad Cannstatt vor knapp acht Monaten zurück. Da es keine weiteren Festnahmen wegen ähnlicher Taten gab, bleibt diese Verurteilung die einzige juristische Konsequenz aus den September-Ausschreitungen. Der Verurteilte hat nun die Möglichkeit, gegen das Strafmaß Berufung einzulegen, bevor es endgültig wird.






