Zwei neue Kohlekraftwerke gehen in Deutschland ans Netz – trotz Ausstiegsplänen
Angelo BriemerZwei neue Kohlekraftwerke gehen in Deutschland ans Netz – trotz Ausstiegsplänen
In Deutschland sind kürzlich zwei neue Kohlekraftwerke ans Netz gegangen. Die Anlagen stellen die jüngsten Ergänzungen des deutschen Energiesystems dar – trotz des langfristigen Ausstiegs aus der Kohle. Der Bau beider Kraftwerke begann vor über einem Jahrzehnt und spiegelt die lange Planungs- und Bauzeit solcher Großprojekte wider.
Die Arbeiten an den beiden Werken starteten 2005 und 2006; jeweils dauert es etwa fünf Jahre, bis sie fertiggestellt waren. Seither hat Deutschland keine neuen Kohleprojekte mehr genehmigt, da 2009 strengere Vorschriften in Kraft traten. Auch der Beschluss zum Atomausstieg 2011 führte nicht zu einem Neubeginn von Kohlekraftwerksprojekten.
Aktuell befinden sich noch acht weitere Kohlekraftwerke im Bau, deren frühestes Vorhaben bereits 2007 begann. Sechs geplante Projekte wurden jedoch seit dem Atomausstieg aufgegeben. Die Zukunft der Kohle in Deutschland wirkt zunehmend ungewiss – Branchenanalysten gehen davon aus, dass sie bald wirtschaftlich nicht mehr tragfähig sein könnte.
Die zehn noch laufenden Projekte könnten zu den letzten ihrer Art gehören. Seit 2011 ist kein neues Kohlekraftwerk mehr in die Planung gegangen – ein klares Zeichen für den Rückgang in diesem Sektor.
Die deutsche Kohleindustrie steht an einem Wendepunkt. Da seit 2009 keine neuen Projekte mehr genehmigt wurden und in den letzten Jahren mehrere Vorhaben gestrichen wurden, sinkt die Abhängigkeit des Landes von kohlebasiertem Strom. Wirtschaftlicher Druck könnte diese Kraftwerke bald unrentabel machen und ihre Rolle im Energiemix weiter verringern.






