16 March 2026, 02:11

16-Jährige wählen erstmals: Wie junge Stimmen Baden-Württembergs Politik verändern

Ein detaillierter alter Stadtplan von Baden-Württemberg, Deutschland, der Straßen, Gebäude und Sehenswürdigkeiten zeigt, mit einem Gebäude in der rechten unteren Ecke und Text, der Stadtinformationen bereitstellt.

16-Jährige wählen erstmals: Wie junge Stimmen Baden-Württembergs Politik verändern

Wahlkampf in Baden-Württemberg erreicht die Schulen – Wahlalter sinkt auf 16

Rund 650.000 Erstwähler:innen, darunter 180.000 minderjährige Teilnehmer:innen, dürfen bei der anstehenden Landtagswahl in Baden-Württemberg mitbestimmen – das Wahlalter wurde auf 16 Jahre gesenkt. Neu ist auch das Wahlsystem: Erstmals geben die Wähler:innen zwei Stimmen ab, eine für eine:n Direktkandidat:in, eine für die Landesliste einer Partei.

Für die 16-jährige Vilja Wagner ist es die erste Gelegenheit, ihre Stimme abzugeben. Um ihre politischen Positionen mit den Parteiprogrammen zu vergleichen, nutzt sie den "Wahl-O-Mat". Ihre Präferenz gilt der Linken, überzeugt von deren Forderungen nach günstigerem ÖPNV und besserem Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen.

Ihre männlichen Mitschüler zeigen indes andere Tendenzen: Viele unterstützen CDU oder AfD – beide Parteien liegen bei 16,1 Prozent der jungen männlichen Erstwähler. Über Politik spricht Wagner mit ihnen kaum, besonders nicht über das Thema Abtreibung, wo die Ansichten kollidieren.

Rüdiger Maas vom Institut für Generationenforschung beobachtet einen klaren Trend: Fast 24 Prozent der jungen Erstwählerinnen favorisieren die Linke, vor allem wegen feministischen Themen. Unklar bleibt jedoch, wie sich die Wahlreform von 2022 – die Einführung der Zweitstimme – auf die Präferenzen der 16- bis 18-Jährigen auswirkt, seit sie erstmals bei der Landtagswahl am 8. März 2026 zur Anwendung kam.

Die Wahl wird zeigen, wie junge Wähler:innen die politische Landschaft Baden-Württembergs prägen. Mit 180.000 minderjährigen Teilnehmer:innen und dem neuen Wahlsystem könnten die Ergebnisse generationenspezifische Unterschiede offenbaren. Die Anziehungskraft der Linken auf junge Frauen und die Stärke der CDU bei männlichen Wählern dürften dabei eine Schlüsselrolle spielen.

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