07 June 2026, 08:13

50.000 feiern und kämpfen beim Lissaboner CSD gegen Rückschritte bei LGBTI+-Rechten

"Kein Schweigen, keine Angst": Etwa 50.000 Menschen marschieren in Lissabon für LGBTI-Rechte

50.000 feiern und kämpfen beim Lissaboner CSD gegen Rückschritte bei LGBTI+-Rechten

Lissabons 27. CSD zog 50.000 Menschen auf die Straßen

Am Samstag versammelten sich rund 50.000 Menschen zum 27. Christopher Street Day (CSD) in Lissabon – dem größten LGBTI+-Pride-Marsch der Stadt. Unter dem Motto „Kein Schweigen, keine Angst: Wir existieren und wir wehren uns“ begann die Demonstration um 17 Uhr am Marquês-de-Pombal-Platz. Die Veranstalterinnen und Veranstalter betonten, dass es sich sowohl um ein Fest als auch um einen Protest gegen die wachsenden Angriffe auf hart erkämpfte Rechte handle.

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An der Demonstration beteiligten sich 17 LGBTI+-, feministische und antirassistische Gruppen sowie Familien und Unterstützer:innen. Viele trugen Transparente und skandierten Parolen zur Verteidigung der geschlechtlichen Selbstbestimmung – ein Recht, das durch das Gesetz 38/2018 geschützt ist, nun aber in Gefahr gerät. Die Regelung, die es Menschen ermöglicht, ihr Geschlecht ohne medizinische oder juristische Hürden rechtlich ändern zu lassen, könnte bald gekippt werden.

Helder Bértolo, einer der Organisatoren, prognostizierte für das nächste Jahr noch größere Teilnehmerzahlen. Als Grund nannte er die zunehmende Feindseligkeit seitens politischer Kräfte, die zu einem Anstieg der Mobilisierung führe. Paulo Muacho, Abgeordneter der Livre-Partei, unterstrich diese Dringlichkeit und warnte davor, dass eine radikalisierte Rechte gezielt LGBTQI+-Gemeinschaften angreife.

Joana Mortágua von der Linksblock-Partei (Bloco de Esquerda) äußerte ihre Enttäuschung darüber, dass der Marsch in einer Zeit stattfinde, in der Rechte allgemein zurückgedrängt würden. Auch das CSD-Organisationskomitee gab eine deutliche Warnung heraus: Aktuelle politische Entwicklungen gefährdeten zunehmend die Sicherheit und den rechtlichen Schutz von LGBTQI+-Personen und ihren Familien.

Die Auflage der Veranstaltung 2025 entsprach mit 50.000 Teilnehmenden der des Vorjahres – ein klares Signal des Widerstands. Sowohl Organisator:innen als auch Politiker:innen betonten, dass der Kampf um Gleichberechtigung noch lange nicht vorbei sei. Der kämpferische Ton des Marsches spiegelte die Angst wider, dass die Fortschritte der letzten Jahre bald zunichtegemacht werden könnten.

Quelle