AfD Baden-Württemberg: Machtkämpfe und Vorwürfe erschüttern den Landesverband
Hiltraud HamannAfD Baden-Württemberg: Machtkämpfe und Vorwürfe erschüttern den Landesverband
Zwei interne Schreiben haben tiefe Gräben innerhalb des baden-württembergischen Landesverbands der AfD offenbart. Die an die Bundesvorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla gerichteten Beschwerden werfen der Landesführung Vetternwirtschaft, intransparente Finanzpraktiken und autoritäre Methoden vor. Die Kontroverse kommt just zu dem Zeitpunkt, als der Landesvorsitzende Markus Frohnmaier mit über 91 Prozent der Stimmen wiedergewählt wurde – das beste Ergebnis, das ein AfD-Landeschef in der Region je erzielt hat.
Das erste Schreiben stammt von Rüdiger Klos, einem Mitgründer des baden-württembergischen AfD-Landesverbands und seit einem Jahrzehnt Landtagsabgeordneten. Er warnte, dass die aktuelle Führung im Falle einer Regierungsbeteiligung „Chaos für Deutschland“ auslösen würde. Klos behauptete zudem, Kritiker würden durch Parteiausschlussverfahren zum Schweigen gebracht – die Methoden erinnerten an „Säuberungen wie in totalitären Systemen“ und „innerparteiliche Taktiken im Stil Goebbels’“.
Ein zweites Schreiben, unterzeichnet von langjährigen Mitgliedern zweier Kreisverbände, äußert ähnliche Bedenken. Es beschreibt einen Wandel „von basisdemokratischen Strukturen hin zu einer autokratischen Funktionärspartei“, geprägt von „Machtcliquen“ und einer „Kultur der rücksichtslosen Selbstbereicherung“. Die Unterzeichner fordern eine unabhängige Prüfung der Landespartei-Finanzen, einschließlich des umstrittenen Ludwigsburger Erbes.
Trotz der Vorwürfe wurde Frohnmaier auf dem Landesparteitag mit überwältigender Mehrheit wiedergewählt. Der interne Streit belastet die Führung des Verbandes in Baden-Württemberg zusätzlich. Der Spiegel veröffentlichte die Schreiben und brachte den Konflikt damit an die Öffentlichkeit.
Die Briefe spiegeln eine wachsende Unzufriedenheit unter AfD-Mitgliedern über mangelnde Finanztransparenz und Führungsstile wider. Frohnmaiers Wiederwahl mit Rekordrückhalt deutet auf starke Unterstützung aus der Basis hin – während Kritiker gleichzeitig Reformen einfordern. Der Streit droht nun, die politische Arbeit des Landesverbands in den kommenden Monaten zu überschatten.






