14 April 2026, 18:14

AfD zerrissen: Machtkampf um Russland, USA und die Zukunft der Partei

Ein historisches Poster-Kartenspiel von Europa während der Schlacht von Leipzig, unterteilt in Abschnitte für Europa und Frankreich, mit Text und Zahlen, die Regionen und Konfliktdetails angeben.

AfD zerrissen: Machtkampf um Russland, USA und die Zukunft der Partei

Ein erbitterter innerparteilicher Streit über die Außenpolitik reißt die rechtspopulistische AfD in Deutschland entzwei. Die Auseinandersetzung spaltet die Partei in zwei Lager: auf der einen Seite Mitglieder, die engere Bindungen an die USA befürworten, auf der anderen Seite Befürworter einer prorussischen Haltung und eines Abzugs der US-Truppen aus Deutschland. Aktuelle Konflikte haben tiefe Gräben offenbart – mit Vorwürfen innerparteilicher Säuberungen und Zensur.

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Die Spaltung trat offen zutage, als der AfD-Bundestagsabgeordnete Maximilian Krah sich öffentlich gegen die Forderung von Parteichef Tino Chrupalla stellte, die US-Streitkräfte aus Deutschland abzuziehen. Krah argumentierte, das Land brauche "starke Partner", und warnte, radikale Positionen in der Migrations- und Außenpolitik könnten die AfD dauerhaft von der Regierungsbeteiligung ausschließen. Seine Äußerungen folgten auf einen gescheiterten Versuch der Parteiführung, sich von Martin Sellners umstrittenem "Remigrations"-Plan zu distanzieren, den Kritiker als Angriff selbst auf eingebürgerte deutsche Staatsbürger werten.

Auch Rüdiger Lucassen, der verteidigungspolitische Sprecher der AfD, gerät wegen seiner westlichen Ausrichtung unter Beschuss. Er wirft der prorussischen Fraktion um Björn Höcke vor, ihn aus seinem Amt drängen zu wollen. Lucassens Betonung, Russland stelle die größte Bedrohung für die NATO-Ostflanke dar, hat ihn innerhalb der eigenen Partei zur Zielscheibe gemacht.

Die Spannungen erstrecken sich sogar auf die Medienstrategie. Der Verteidigungsexperte Hannes Gnauck verfasste eine Pressemitteilung, die im Iran-Konflikt die USA unterstützte. Doch die Erklärung wurde von den Parteichefs Alice Weidel und Chrupalla blockiert und nie veröffentlicht. Krah unterstrich später die Kritik und behauptete, die harte Linie der AfD habe nur die politische Isolation verstärkt, die ihr von anderen Parteien auferlegt werde.

Die AfD steht nun vor einer sich vertiefenden Spaltung in der Außenpolitik: Ein Flügel strebt eine Annäherung an die USA an, während der andere für engere Bande zu Russland und den Abzug der US-Truppen wirbt. Angesichts innerparteilicher Säuberungen und unterdrückter Stellungnahmen bleibt fraglich, ob die Partei noch geschlossen auftreten kann. Die Folgen könnten ihre Bemühungen um größere politische Akzeptanz in Deutschland weiter erschweren.

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