17 June 2026, 18:09

Albaniens umstrittenes Milliardenspiel: Wildfluss gegen Luxusresort und politische Machtkämpfe

Das Kushner-Israel-Nexus hinter der albanischen 'Flamingo-Revolution'

Albaniens umstrittenes Milliardenspiel: Wildfluss gegen Luxusresort und politische Machtkämpfe

Albanien steht vor wachsender Kritik an einem geplanten Milliardenschweren Ferienresort im ersten Wildfluss-Nationalpark Europas. Das von der Investmentfirma des früheren US-Präsidentenberaters Jared Kushner unterstützte Projekt hat Proteste ausgelöst und Sorgen über Umweltzerstörung sowie politische Glaubwürdigkeit geschürt.

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Tausende Mitglieder der iranischen Exilgruppe Mujahedin-e Chalq (MEK), die zuvor im irakischen Camp Ashraf stationiert war, haben in Albanien eine neue Heimat gefunden. Ministerpräsident Edi Rama unterstützt die MEK öffentlich und nutzt deren Präsenz, um den Iran anzuprangern und Teheran vorzuwerfen, die Opposition gegen das Resort-Projekt anzustacheln.

Jared Kushner, ein enger Verbündeter von Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu und ehemaliger Berater von Donald Trump, treibt das Vorhaben über seine Firma Affinity Partners voran. Ziel des Projekts ist es, die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Israel und arabischen Staaten zu stärken – im Einklang mit den Abraham-Abkommen. Albanien, ein säkularer NATO-Staat mit muslimischer Mehrheit und EU-Beitrittskandidat, passt in die regionale Strategie Israels.

Aktivisten inszenierten kürzlich eine „Flamingo-Revolution“ und schwenkten rosa Flamingo-Ausschnitte, um gegen den Bau des Resorts im Vjosa-Narta-Delta zu protestieren. Ramas Regierung verlieh den mit Kushner verbundenen Firmen den Status „strategischer Investor“, wodurch sie Umweltprüfungen umgehen können. Die EU könnte mit Forderungen nach mehr Transparenz, der Kürzung von Erweiterungsgeldern oder einem Stopp der Beitrittsverhandlungen wegen Korruptionsvorwürfen reagieren.

Auch in der Außenpolitik hat Albanien einen Kurswechsel vollzogen: Es schloss sich Trumps „Rat für Frieden“ an und entsandte Friedenssoldaten in den Gazastreifen. Damit entfernt sich das Land von der EU-Linie in den Fragen Iran und Israel und belastet sein Verhältnis zu Brüssel zusätzlich.

Das Resort-Projekt offenbart die Spannungen zwischen wirtschaftlichen Ambitionen und Umweltschutz. Albaniens politische Entscheidungen – etwa seine Haltung zum Iran und die Unterstützung US-gestützter Initiativen – könnten den EU-Beitrittsprozess beeinflussen. Die Regierung steht nun unter Druck, Korruption und Transparenzdefizite zu bekämpfen.

Quelle