12 April 2026, 00:20

Baden-Württemberg testet flexible Stromnutzung mit Belohnungen für Haushalte

Plakat mit Text über einen 2023-Steuerkredit, der bis zu 30 % der Kosten für die Installation von Dachsolar übernimmt, mit B├Ąumen und einem Geb├Ąude mit Solarpanelen im Hintergrund.

Baden-Württemberg testet flexible Stromnutzung mit Belohnungen für Haushalte

Neue Kampagne in Baden-Württemberg: Haushalte sollen Stromverbrauch in Spitzenzeiten anpassen

Die Initiative PowerLändle, getragen vom Übertragungsnetzbetreiber TransnetBW und dem Energieanbieter Octopus Energy, setzt auf Echtzeit-Warnungen, um die Netzbelastung zu verringern. Teilnehmer erhalten kleine finanzielle Anreize und die Chance auf Gewinnspiele, wenn sie ihren Energieverbrauch aus stark frequentierten Zeiten verlagern.

Das Projekt nutzt die App StromGedacht, um Nutzer über Engpässe im Stromnetz zu informieren. Bei zwei solchen Ereignissen im Januar 2025 reagierten rund 13.000 Menschen, indem sie flexibel etwa 28,5 Megawattstunden Nachfrage steuerten. Als Anreiz gab es teilweise Rückerstattungen auf die Stromrechnung sowie die Teilnahme an einer Verlosung.

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Werner Götz, Vorstandsvorsitzender von TransnetBW, betonte, dass bereits geringe finanzielle Anreize pro Kilowattstunde das netzdienliche Verhalten wirksam fördern können. Allerdings bleibe die zögerliche Einführung intelligenter Stromzähler ein großes Hindernis für Netzbetreiber. Ohne flächendeckende Nutzung sei es deutlich schwieriger, dezentrale Flexibilität – etwa durch Lastverschiebung – zu nutzen.

Das Vorgehen orientiert sich an einem erfolgreichen britischen Modell: Octopus Energy hatte dort bereits den Demand Flexibility Service gestartet, an dem im ersten Jahr über zwei Millionen Menschen teilnahmen. Der britische Netzbetreiber National Energy System Operator (NESO) hat den Service inzwischen als festen Bestandteil des Energiemarktes etabliert.

Die PowerLändle-Kampagne zeigt, wie bereits kleine Anpassungen im Haushaltsstromverbrauch die Netzbelastung entlasten können. Mit finanziellen Anreizen und Echtzeit-Hinweisen machen bereits Tausende mit. Doch für das volle Potenzial solcher Nachfragesteuerungssysteme bleibt die breitere Einführung intelligenter Zähler entscheidend.

Quelle