10 June 2026, 02:09

Baden-Württemberg testet intelligentes Laden von Elektro-Lkw-Flotten ohne Netzüberlastung

Netze BW startet reales Labor f"ur netzfreundliches E-Lkw-Laden

Baden-Württemberg testet intelligentes Laden von Elektro-Lkw-Flotten ohne Netzüberlastung

Ein neues Innovationsprojekt in Baden-Württemberg erprobt, wie große Flotten von Elektro-Lkw nahtlos in das Stromnetz integriert werden können. Unter dem Namen FlexCharge BW – NETZlabor E-Lkw werden in der Praxisversuchen mit Logistikunternehmen und Energieanbietern konkrete Lösungen gesucht, um gewerbliche E-Fahrzeuge zu laden, ohne die lokalen Netze zu überlasten.

Das vom Energieverteilnetzbetreiber Netze BW geleitete Vorhaben führt Feldtests mit zwei Logistikpartnern durch: Stickel Transport und Logistik Schmitt. Gemeinsam betreiben sie an ihren Standorten 20 Schnellladestationen und setzen 40 Elektro-Lkw ein. Die Erprobungsphase läuft bis Dezember 2026.

Stickel Transport konzentriert sich auf netzreaktives Laden in Kombination mit flexiblen Tarifen. Das Unternehmen nutzt derzeit zehn E-Lkw, ein weiterer soll noch in diesem Sommer hinzukommen. Logistik Schmitt, das bereits rund 50 batteriebetriebene Lkw im Einsatz hat, arbeitet daran, das Laden über mehrere Depots hinweg zu koordinieren.

Neben der Fahrzeugladung untersucht das Projekt, wie sich Netzanschlüsse für hohe Kapazitätsanforderungen beschleunigen lassen. Dynamische Ladepläne, die auf Echtzeit-Netzdaten basieren, werden für beide Logistikpartner entwickelt. Zudem analysieren die Forscher, wie gewerbliche E-Fahrzeuge die Netzlast an kritischen Netzknoten beeinflussen.

Das Reallabor erforscht die Schnittstellen zwischen Logistikbetrieb und Energiemanagement. Durch die Anpassung von Ladezeiten und Strombedarf soll ein Gleichgewicht zwischen Effizienz und Netzsicherheit erreicht werden.

Die Erkenntnisse aus FlexCharge BW könnten künftige Richtlinien für Elektro-Lkw-Flotten und deren Netzanbindung prägen. Bei Erfolg könnten die erprobten Lösungen Verzögerungen bei Netzanschlüssen verringern und die Ladezuverlässigkeit für gewerbliche Betreiber verbessern. Die Projektergebnisse werden bis Ende 2026 erwartet.

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