Berlin oder Hamburg: DOSB entscheidet über Olympiatraum 2036 oder 2040
Dietlind Grein GrothBerlin oder Hamburg: DOSB entscheidet über Olympiatraum 2036 oder 2040
Deutschlands Bewerbung für die Olympischen Spiele 2036 oder 2040 steht vor einer entscheidenden Weichenstellung. Am 26. September wird der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) die Gastgeberstadt auswählen. Berlin und Hamburg gelten als Hauptanwärter, doch beide sehen sich mit politischen und öffentlichen Hürden konfrontiert, bevor eine endgültige Entscheidung fallen kann.
Die Wahl des DOSB erfolgt nur wenige Tage nach der Berliner Abgeordnetenhauswahl am 20. September. Das Ergebnis dieser Wahl könnte die Entscheidung beeinflussen, da die Haltung der neuen Landesregierung zu den Olympischen Spielen eine Rolle spielen wird. Unterdessen haben Berlins prominenteste Fürsprecher – Bürgermeister Kai Wegner und Sportmanager Kaweh Niroomand – Bedenken zerstreut, ein mögliches Referendum könnte die Bewerbung blockieren.
Eine Volksabstimmung in Berlin wäre aufgrund rechtlicher Fristen frühestens in einem Jahr möglich. Selbst bei einer Auswahl der Hauptstadt könnte die Bewerbung noch 2027 in einem Referendum scheitern. Gegner, darunter die Bewegung „NoOlympia“, die von der Linken und den Grünen unterstützt wird, sammeln bereits Unterschriften, um eine Abstimmung gegen die Spiele zu erzwingen.
Hamburgs Position bleibt unklar. Umfragen zeigen eine gespaltene Haltung, und die Bürger der Stadt lehnten eine frühere Olympiabewerbung 2015 mit knapper Mehrheit ab – 51,6 Prozent dagegen, 48,4 Prozent dafür. Zudem verlangt die Bürgerschaft für ein Referendum eine Zweidrittelmehrheit, eine Hürde, die weder Berlin noch Hamburg derzeit erfüllen.
München und Nordrhein-Westfalen zeigen unterdessen eine deutlichere Unterstützung: Rund zwei Drittel der Befragten stehen einer Bewerbung positiv gegenüber. Dennoch konzentriert sich der DOSB auf Berlin und Hamburg als wahrscheinlichste Kandidaten.
Die Entscheidung des DOSB am 26. September wird maßgeblich von der politischen und öffentlichen Stimmung in beiden Städten abhängen. Sollte Berlin den Zuschlag erhalten, könnte die Bewerbung 2027 noch an einem Referendum scheitern. Hamburgs unsichere Unterstützung und die frühere Ablehnung erschweren den Auswahlprozess zusätzlich.






