Bodensee setzt auf Agri-Photovoltaik: 18 Megawatt Ökostrom mit Bürgerbeteiligung
Hiltraud HamannBodensee setzt auf Agri-Photovoltaik: 18 Megawatt Ökostrom mit Bürgerbeteiligung
Zwei neue Agri-Photovoltaik-Anlagen am Bodensee: 18 Megawatt Ökostrom und Bürgerbeteiligung
Nahe dem Bodensee entstehen zwei neue Agri-Photovoltaik-Anlagen, die die Kapazität für erneuerbare Energien um 18 Megawatt erweitern werden. Die von der Solmotion Project GmbH entwickelten Projekte kombinieren Stromerzeugung durch Solaranlagen mit der landwirtschaftlichen Nutzung der Flächen. Auch Anwohnerinnen, Anwohner und lokale Gemeinschaften erhalten die Möglichkeit, sich finanziell an den Vorhaben zu beteiligen.
Die erste Anlage entsteht auf einer Fläche von 13 Hektar in Neuwaldburg und wird 8 Megawatt Strom erzeugen. Die zweite, verteilt auf 2,7 und 8 Hektar in Greut, kommt auf eine Leistung von weiteren 10 Megawatt. Beide Standorte setzen auf ein einachsig nachgeführtes 2P-Tracker-System, das die Ausrichtung der Solarmodule optimiert.
Jede der Anlagen wird über einen Batteriespeicher verfügen, der 2 Megawatt Leistung und eine Kapazität von 4,5 Megawattstunden bereitstellt. Damit soll das Gleichgewicht zwischen Energieangebot und -nachfrage effizienter gesteuert werden. Die Projekte qualifizieren sich für einen erhöhten Einspeisevergütungssatz von bis zu 9,5 Cent pro Kilowattstunde im Rahmen des Solarpakets I der Bundesregierung.
Die Solmotion Project GmbH plant derzeit Agri-Photovoltaik-Projekte mit einer Gesamtleistung von rund 400 Megawatt in Süddeutschland. Die ersten Anlagen sollen noch in diesem Jahr ans Netz gehen, etwa 100 Megawatt sind für 2024 vorgesehen. Eine 5,6-Megawatt-Anlage in Bad Waldsee befindet sich bereits im Bau.
Bürgerinnen und Bürger sowie lokale Initiativen können sich über nachrangige Darlehen oder den Erwerb von Wechselrichter-Anteilen an den Projekten beteiligen. Dieser Ansatz ermöglicht eine breite Teilhabe am Ausbau der erneuerbaren Energien.
Sobald die beiden Anlagen am Bodensee in Betrieb sind, werden sie 18 Megawatt in das regionale Stromnetz einspeisen. Mit Batteriespeichern und Bürgerbeteiligung setzen sie ein Zeichen für die Verbindung von Solarenergie und Landwirtschaft. Weitere Projekte in Süddeutschland sollen in den kommenden Jahren folgen.






