Bodenseekreis entscheidet im Mai über Zukunft der Krankenhausversorgung
Angelo BriemerBodenseekreis entscheidet im Mai über Zukunft der Krankenhausversorgung
Landkreis Bodensee treibt Umstrukturierung der Krankenhausversorgung voran
Der Kreistag des Landkreises Bodensee bringt die Pläne zur Neuordnung der lokalen Krankenhausdienste voran. Die endgültige Entscheidung, welcher Träger den Versorgungsvertrag erhält, soll am 13. Mai 2026 fallen. Das Verfahren folgt auf jahrelange Herausforderungen, darunter die Schließung der Rotkreuzklinik in Lindenberg, die Versorgungslücken im medizinischen Bereich offenlegte.
In jüngsten Sitzungen wurde die Auswahl eingegrenzt, wobei die weiteren Verhandlungen nun auf zwei Bieter fokussiert sind: die Oberschwabenklinik (OSK) und die AMEOS Gruppe.
Die Umstrukturierungsbemühungen begannen nach der Schließung der Rotkreuzklinik, die Defizite in der medizinischen Versorgung deutlich machte. Um diese zu beheben, leitete der Landkreis ein Neuordnungsverfahren ein und lud drei Anbieter ein – die Oberschwabenklinik (OSK), die AMEOS Gruppe und die SRH Holding –, ihre Konzepte vorzulegen. Diese wurden erstmals im Februar und März 2026 präsentiert.
Am 24. März 2026 fand eine nichtöffentliche Sitzung statt, in der jedem Bieter eine Stunde Zeit eingeräumt wurde, um ihre überarbeiteten Pläne darzulegen. Themen waren unter anderem die medizinische Planung, die finanzielle Tragfähigkeit sowie Forderungen nach öffentlicher Unterstützung. Nach einer Bewertung der Vorschläge entschied der Kreistag, vorrangig mit OSK und AMEOS weiterzuverhandeln.
Eine weitere nichtöffentliche Sitzung ist für den 29. April 2026 im Ausschuss für Verwaltung und Kultur angesetzt. Ziel ist es, den finanziellen Rahmen vor der öffentlichen Kreistagssitzung final zu klären. Landrat Luca Wilhelm Prayon betonte die stetigen Fortschritte und unterstrich, dass es darum gehe, die hohe Versorgungsqualität für die Bevölkerung zu sichern.
Parallel zu den Krankenhausreformen hat der Landkreis auch die Finanzierung der ambulanten Versorgung gesichert. Ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) im Oberen Landkreis erhielt im März 2025 eine Förderung von 300.000 Euro sowie im Jahr 2026 weitere 200.000 Euro – einstimmig beschlossen vom Kreistag.
Die abschließende Debatte und Abstimmung wird in einer öffentlichen Kreistagssitzung am 13. Mai 2026 stattfinden. Dort wird entschieden, welcher Anbieter die Krankenhausleistungen im Rahmen des neuen Vertrags erbringen wird. Die Umstrukturierung umfasst zudem laufende Maßnahmen zur Stärkung der ambulanten Versorgung durch die Förderung des MVZ.






