Bodenseeregion setzt auf grenzüberschreitende Projekte für Klima, Verkehr und Artenschutz
Angelo BriemerBodenseeregion setzt auf grenzüberschreitende Projekte für Klima, Verkehr und Artenschutz
Bodenseeregion stärkt grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit neuen Initiativen
Am 5. Dezember 2025 hat Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann den Vorsitz der Internationalen Bodenseekonferenz (IBK) an den Kanton Zürich übergeben. Der Wechsel an der Spitze markiert zwar eine neue Führung, doch die gemeinsamen Ziele Deutschlands, der Schweiz, Österreichs und Liechtensteins bleiben im Fokus.
Bei der Übergabezeremonie in Friedrichshafen übergab Kretschmann den IBK-Vorsitz an Ernst Stocker, Regierungsrat des Kantons Zürich. Stocker wird sein Amt offiziell am 1. Januar 2026 antreten. Im Rahmen der Veranstaltung unterzeichneten die Verantwortlichen die Friedrichshafener Erklärung und bekräftigten damit ihr Engagement für eine vertiefte Zusammenarbeit in den Bereichen Forschung, Mobilität und Biodiversität.
Ein zentrales Thema der Konferenz waren Umweltfragen. Eine mehrjährige Studie wurde gestartet, um die Ausbreitung der invasiven Quaggamuschel im Bodensee einzudämmen. Gleichzeitig nahm ein großes Interreg-Projekt seine Arbeit auf, das heimische Fischarten schützen und die Kormoranpopulationen regulieren soll. Auch Verkehr und Nachhaltigkeit standen im Mittelpunkt: Das Projekt Bodensee-Gürtelbahn machte Fortschritte mit erweiterten und elektrifizierten Strecken, unterstützt durch höhere Landesmittel. Zudem wurde die Vier-Länder-Mobilität GmbH gegründet, um den grenzüberschreitenden ÖPNV rund um den Bodensee zu verbessern. Parallel dazu nahmen Pläne für eine klimaneutrale Schifffahrt Gestalt an – unter anderem mit Diskussionen über alternative Antriebssysteme für Boote.
Im Tourismus- und Infrastrukturbereich gab es ebenfalls Fortschritte: Eine gemeinsame Initiative soll den Bodensee-Radweg attraktiver und sicherer machen. Kretschmann lobte die Region als Vorbild für erfolgreiche grenzüberschreitende Zusammenarbeit in allen Bereichen.
Unter der neuen Führung Zürichs wird die IBK die Vernetzung der vier Länder weiter vorantreiben. Projekte zu Biodiversität, Verkehr und Klimaschutz sind bereits angelaufen, erste konkrete Maßnahmen wurden eingeleitet. Die Rolle der Bodenseeregion als europäisches Zentrum der Zusammenarbeit dürfte in den kommenden Jahren noch weiter an Bedeutung gewinnen.