Bundeswehr reformiert Reservekräfte mit neuem Gesetz und höherer Altersgrenze
Hiltraud HamannBundeswehr reformiert Reservekräfte mit neuem Gesetz und höherer Altersgrenze
Bundeswehr plant Reform der Reservekräfte mit neuer Strategie und Gesetzesänderungen
Das Bundesverteidigungsministerium bereitet eine grundlegende Neugestaltung der Reservekräfte vor. Verteidigungsminister Boris Pistorius wird die Pläne am Mittwoch vorstellen – mit dem Ziel, die militärische Einsatzbereitschaft Deutschlands zu stärken. Zu den Änderungen gehören eine Anhebung der Altersgrenze für Reservistinnen und Reservisten sowie verbesserte Ausbildungsbedingungen für die ehrenamtlich Dienstleistenden.
Aktuell liegen dem Ministerium keine genauen Zahlen zu den Reservisten vor, doch rund 60.000 von ihnen sind zugewiesen und für einen schnellen Einsatz bereit. Während der Coronavirus-Pandemie wurden zwischen 10.000 und 15.000 Reservistinnen und Reservisten einberufen – ein Beleg für ihre Bedeutung in nationalen Krisenlagen. Die Gesamtzahl der Mitglieder im Reservistenverband beläuft sich auf etwa 110.000.
Mit dem geplanten Reservistenstärkungsgesetz, das noch in diesem Sommer vorgelegt werden soll, steigt die maximale Altersgrenze für Reservistinnen und Reservisten von 65 auf 70 Jahre. Begründet wird dies mit längeren Erwerbsbiografien und einer besseren körperlichen Fitness älterer Menschen. Zudem soll die bisherige Regelung zur freiwilligen Freistellung durch Arbeitgeber abgeschafft werden, um Reservisten bei Dienstaufrufen weniger berufliche Hürden in den Weg zu legen.
Künftig wird die Planung strenger geregelt, wie viele Reservistinnen und Reservisten an jährlichen Übungen teilnehmen. Die Reformen legen besonderen Wert auf bessere Ausstattung und sinnvollere Ausbildungsinhalte, um die Fähigkeiten erfahrener Reservisten nicht zu verschwenden. Die Verbesserungen richten sich sowohl an jüngere Rekruten als auch an ältere Reservisten, um den anhaltenden Personalmangel zu bekämpfen.
Die neue Strategie sieht klarere Regelungen für den Einsatz von Reservisten vor und erweitert die Altersspanne für den Dienst. Arbeitgeber sollen künftig nicht mehr entscheiden dürfen, ob Beschäftigte an Übungen oder Einsätzen teilnehmen – die Reservistinnen und Reservisten selbst bleiben jedoch weiterhin freiwillig. Ziel der Änderungen ist es, eine zuverlässigere und besser vorbereitete Reserve für künftige Herausforderungen aufzubauen.






