10 March 2026, 08:12

Cem Özdemir wird erster Ministerpräsident türkischer Herkunft in Baden-Württemberg

Eine Karte von Türkei, die in verschiedenen Farben dargestellt ist, um den Prozentsatz der Bevölkerung in jedem Gebiet zu zeigen, mit dem Text "Canakkale Wahlresultate 2018".

Cem Özdemir wird erster Ministerpräsident türkischer Herkunft in Baden-Württemberg

Cem Özdemir ist als erster Ministerpräsident türkischer Herkunft in Deutschland vereidigt worden, nachdem er die Bundestagswahl in Baden-Württemberg gewonnen hat. Sein politischer Werdegang erstreckt sich über Jahrzehnte – von seinen Anfängen als Grünen-Abgeordneter bis hin zu seiner jüngsten Rolle als Regierungschef. Dieser Meilenstein hat große Aufmerksamkeit erregt, insbesondere in der Türkei, wo Medien und politische Akteure seinen Aufstieg aufmerksam verfolgt haben.

Özdemir zog 1994 erstmals in den Bundestag ein und schrieb damit Geschichte als erster Abgeordneter mit türkischen Wurzeln. Schnell stieg er auf und fungierte von 1998 bis 2002 als innenpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion. Später führte er die Grünen zehn Jahre lang als Co-Vorsitzender und war zwischen 2004 und 2009 Mitglied des Europäischen Parlaments.

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2013 kehrte er in den Bundestag zurück und errang 2021 ein Direktmandat im Wahlkreis Stuttgart I. Der Höhepunkt seiner Karriere folgte mit den Ernennungen zum Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft von Dezember 2021 bis Mai 2025 sowie kurzzeitig zum Bildungsminister nach dem Scheitern der Ampel-Koalition. 2025 zog er sich aus der Bundespolitik zurück, um sich auf die Führung Baden-Württembergs zu konzentrieren – was 2026 in seiner Wahl zum Ministerpräsidenten gipfelte.

Sein Verhältnis zum türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan war stets angespannt. Özdemir positionierte sich als scharfer Kritiker, selbst nach einem umstrittenen Händedruck während Erdoğans Deutschlandbesuch 2018. Der türkische Staatschef forderte ihn einst auf, seine Herkunft per Bluttest zu beweisen. Kürzlich wies Özdemir Kritik von Erdoğan-Anhängern zurück und erklärte, dass Widerstand von Unterstützern Erdoğans, Trumps oder Putins ihm nur bestätige, auf dem richtigen Weg zu sein.

Türkische Medien verfolgten seinen Wahlkampf intensiv, wobei einige Blätter seine Haltung zu türkischen Nationalisten in Deutschland hinterfragten. Die Wahl löste unter Türken Debatten über seine politischen Ansichten und Identität aus.

Özdemirs Wahl markiert einen historischen Moment in der deutschen Politik und setzt neue Maßstäbe für Repräsentation. Sein langer Weg – vom Bundestagsabgeordneten zum Regierungschef – zeigt einen stetigen Aufstieg durch die politischen Ränge. Die Reaktionen in der Türkei unterstreichen die übergreifende Bedeutung seiner Rolle, sowohl als deutscher Politiker als auch als Person türkischer Herkunft.

Quelle